25 Meter breit soll das Kraftwerk direkt am Ufer werden, 110 bis 150 Kubikmeter
Wasser pro Sekunde würden durch die Turbine laufen. Zum Vergleich: bei
einem sogenannten »Mittelwasser« fließen insgesamt etwa 250
Kubikmeter Wasser die Salzach hinunter. »Das Ganze ist absolut ökologisch«,
betont Kollmer, denn es soll Bestandteil der Sohlrampen werden, die im Rahmen
der Salzachsanierung eine weitere Flusseintiefung verhindern sollen. Die Rampe
auf Höhe Triebenbach ist derzeit in Bau, der Abschnitt auf österreichischer
Seite bereits fertig. Am heutigen Freitag wird dort erstmals Wasser darüber
fließen, die Arbeiten werden dann auf der bayerischen Seite fortgesetzt.
Anschließend ist die Rampe bei Surheim an der Reihe, bevor die Arbeiten
im Tittmoninger Becken in Angriff genommen werden.
»Wenn ein solches Projekt mit unserem Zeitplan vereinbar ist«, sagt der Leiter des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes, Günter Hopf, »dann werden wir uns das unvoreingenommen anschauen«. Er jedenfalls kenne bislang nur eine Skizze dieses Vorschlags. Ein Treffen in dieser Angelegenheit hat es bereits im Landratsamt des Berchtesgadener Landes gegeben. Mit dabei: Ingo Toennesmann von der Regierung von Oberbayern und Berchtesgadens Landrat Georg Grabner. Der ist der Ansicht, dass auch im bayerischen Umweltministerium die Ablehnung nicht mehr so »stur« sei. Auch von österreichischer Seite habe er positives gehört. So hatte sich Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im vergangenen Jahr bei einem Euregio-Gipfel verwundert gezeigt, dass man von Seiten der Wasserwirtschaft die Nutzung der Wasserkraft an der Salzach bisher ausschließt, erinnert sich Grabner. Dass die Haltung zum geplanten Projekt jedoch negativ sei, will Grabner nicht einfach so hinnehmen. »Ich mache das zum Thema bei der Euregio«, kündigte er an. »Ich bin kein Präsident zum Schulterklopfen.« Im Gespräch mit der Heimatzeitung bestätigt Dr. Martin Zopp, auf Salzburger Seite zuständig für die Umsetzung der Salzachsanierung, die bisherige Haltung:. »Eine politische Entscheidung, die Wasserkraft hier nicht zu nutzen, ist schon vor Jahren gefallen.« Daran habe sich nichts geändert.
Josef Kollmer will aber nicht so schnell aufgeben. Kosten würde sein Projekt
15 bis 20 Millionen Euro pro Kraftwerk, abhängig von der endgültigen
Bauweise. Und je nach Gestaltung ließen sich zwischen 1,7 und 3,0 Megawatt
elektrische Leistung gewinnen. Am idealsten wäre, er könnte sofort
mit dem Bau beginnen, um sein Projekt mit den Sohlrampen zu kombinieren. Das
würde auch Steuergelder sparen, ist Kollmer der Ansicht. Was die Rentabilität
betrifft, hat er keinerlei Zweifel. »Ich rechne mit drei bis vier Prozent
Rendite; in 15 bis 20 Jahren ist das abbezahlt.« Kollmer nennt die Salzach
einen »Superfluss« für Wasserkraft«.