Zeitungsberichte
und Leserbriefe zur geplanten Salzachbrücke
in Fridolfing/Tittmoning/St Pantalion sowie Laufen/Triebenbach
Am 22.12.2011 ging die Meldung durch die Medien,
dass das Land Oberösterreich die Reißleine gezogen habe,
weil die Kosten für die geplante Brücke wegen des schwierigen Untergrunds
ins Uferlose steigen würden.
Daraufhin habe auch der Landkreis Traunstein das Vorhaben gestoppt,
hieß es im Pressebericht einer Bürgerinitiative.
Der
Oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreter
Franz Hiesl
wies die Darstellung eines Baustopps als falsch zurück.
Er habe die Sache mit dem Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl besprochen.
Themen der Unterredung seien auch der Widerstand durch eine Bürgerinitiative
auf bayerischer Seite
und eben die Kostensteigerung gewesen.
Man sei übereingekommen,
wegen des schwierigen Untergrunds nach einem neuen Brückenstandort zu
suchen.
Hiesl:
„Abschließend hat Hermann Steinmaßl mich gefragt,
ob wir unter diesen Bedingungen weiter an Bord bleiben werden.
Ich habe ihm mit einem klaren Ja geantwortet: Oberösterreich bleibt an
Bord. Voraussetzung muss jedoch sein,
dass das Ergebnis der Suche nach einem neuen Standort auch auf oberösterreichischer
Seite passt.
Die „dynamische
Entwicklung der Kosten“
Für die geplante Brücke,
sagt Hiesl,
sei für sein Bundesland kein Grund, sich aus diesem „wichtigen
Projekt“ zurückzuziehen.
Zwar hätten sich die ursprünglich
veranschlagten 15 Millionen Euro verdoppelt;
„diese 30 Millionen würden wir aber schlucken“, sagt der
Landeshauptmannstellvertreter,
zumal Oberösterreich nur mit 40 Prozent an den Gesamtkosten beteiligt
wäre.
„Bei einem Anteil von 20 oder 25 Mio Euro wäre für uns jedoch
eine gewisse Schmerzgrenze überschritten,
weil dann Aufwand und Nutzen in keinem akzeptablen Verhältnis mehr stünden.“
Laufen: "Wir sind Kämpfer gegen ein unsinniges Projekt" 23.09.2011
Laufen/Triebenbach
(höf). Nein, es ist nicht der "trübe Bach", der dem Ort
Triebenbach seinen Namen gab.
Der Antrieb der Mühlen war es, sagt Sepp Heringer, dass etwas "Trieb
macht, was umtreibt".
Heringer ist froh und dankbar über eine Initiative "von unten",
die umtreibt, die kämpft für diesen Winkel in einer globalisierten
Welt,
vor allem "ja" sagt und nicht bloß "nein".
Die Bürgerinitiative "Nein zur Salzachbrücke.
Für Lebensqualität im Rupertiwinkel" hatte zum Einjährigen
ins Zelt nach Triebenbach geladen:
Die Verantwortlichen schauten zurück und blickten voraus
feierten mit Sketchen, Gstanzln und viel Musik.
"Noch sind die Pläne für
eine neue Salzachbrücke nicht im Papierkorb gelandet",
bedauert Erich Althammer, einer der beiden Sprecher der Initiative.
Dennoch habe man in diesem einen Jahr viel erreicht. Inzwischen werde darüber
breit,
öffentlich und kontrovers diskutiert.
Es sei keineswegs so, wie von manchen Befürwortern anfangs behauptet,
dass "alle diese Brücke wollen".
Seit der Gründungsversammlung im Juli 2010 hatte es zunächst eine
Demo an der Salzach gegeben,
zwei Großveranstaltungen, Infostände, und man habe eine vielbeachtete
Internetseite eingerichtet.
"Dazu haben wir uns der Bürgerallianz Grenzenlos angeschlossen",
berichtete Althammer,
was gut sei für Kontakte und Informationen.
Vor allem konnte man hochrangige Vertreter von SPD,
Grünen und Linken an Ort und Stelle informieren
und sensibili Manfred Fuchs erinnerte an die Geschichte des Brückenprojektes.
Im Jahr 2007 hatte die Euregio eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Ziel,
einen Variantenvergleich zu erarbeiten.
Der Grund: "In einem Natura-2000-Gebiet kann ein solches Vorhaben nur
dann zugelassen werden,
wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind." Das Ergebnis:
Alle vier Varianten zwischen Laufen und Freilassing kosten mit rund 20 Millionen
Euro etwa gleich viel.
Für Fuchs ganz wesentlich:
"Der Standort Triebenbach erzielt die geringste Entlastung des angrenzenden
Straßennetzes."
Damit verbunden seien eine "erhebliche Beeinträchtigung" des
Gebietes,
"erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt" und letztlich "erhebliche
Genehmigungswiderstände".
Fazit: die Studie empfahl die südlichste Variante.
Doch
damit nicht genug an Studien. Erich Althammer nannte die derzeit laufende
Prüfung eine "Pseudo-Variantenuntersuchung",
andere sprechen von einer Farce.
"Für 40.000 Euro werden zwei weitere Standorte geprüft, die
bereits vorher kategorisch abgelehnt wurden."
Peter
Schuster, ebenfalls Sprecher der Initiative, ging noch weiter zurück.
Im Jahr 2000 waren gut 20 Planfälle untersucht worden,
und daraus stammen auch die von Bürgermeister Feil
in die Diskussion gebrachten 84 Prozent Entlastung der Laufener Altstadt.
Was es dafür laut Studie neben einer neuen Brücke an begleitenden
Maßnahmen noch bräuchte,
listete Schuster auf: unter anderem Schrittgeschwindigkeit auf der alten Brücke,
Tempo 30 in Oberndorf, Laufen und auf der Freilassinger Straße.
"Warum fangen wir nicht damit an?",
fragte er und zitierte abschließend genüsslich aus dem "Handelsblatt",
das über die Aktivitäten von Verkehrsminister Ramsauer geschrieben
hatte: "Hauptsache bauen, egal wo."
Schuster präsentierte noch eine Zahl aus einer großen deutschen
Wochenzeitung:
ein 30-Tonner-Lkw belastet die Straßen etwa hunderttausendmal so stark
wie ein durchschnittlicher Pkw.
Und
diese Lastwagen werden kommen, wenn die Brücke erst einmal steht, befürchtet
Althammer.
"Unser schöner Rupertiwinkel wird zur Transitregion." Dazu
passend, sangen Rudi Promok und Karl Zimmermann: "
was bei uns wachsen kannt, kimmt mit`n Lastwag`n aus fernem Land".
Althammers Appell: "Leute, wir brauchen andere Lösungen!"
Die
wünscht sich auch Dr. Sepp Heringer.
Er forderte dazu auf, die Eigenwertigkeit und Schönheit der Region besser
wahrzunehmen,
einer Landschaft, die nicht nur Natura-2000-Gebiet ist,
sondern auch Biosphären-Reservat - eines von lediglich 15 in ganz Deutschland.
"Eine Vorbildlandschaft für nachhaltige Entwicklung",
nennt er die Heimatregion und sieht in den Salzachstädten zwischen Salzburg
und Passau eine "Perlenkette"
und eine mögliche Weltkulturerbe-Land Heringer erinnerte an den Artikel
141 der Bayerischen Verfassung,
der den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einfordert und die Verantwortung
für kommende Generationen anmahnt.
"Wir vertreten Verfassungsziele", rief er den Gästen und den
Aktiven im Zelt zu,
"und legen so die Latte für andere."
Für
alle mit anderer Meinung. war der Beitrag von Anita Zimmermann gedacht:
Mit Strohhut auf dem Kopf erklärte sie,
dass sie nicht zuständig sei; ja, dass man mit der eigenen Meinung nur
Scherereien habe.
"Wer kann sich heutzutage noch eine eigene Meinung leisten?", fragte
sie,
"stellen Sie sich eine Stadtratssitzung vor, wo jeder eine eigene Meinung
hätt`!"
Peter Schuster forderte die Besucher dennoch auf,
mit den gewählten Vertretern zu reden.
"Sprechen Sie mit einem Stadtrat Ihres Vertrauens.
Fragen Sie Ihn nach Möglichkeiten, aus diesem Verkehrsdilemma herauszukommen."
Einem
Verkehr, den Hugo von Hofmannsthal schon 1910 als den "Gott der neuen
Zeiten" bezeichnet hatte,
als Tempel.
"Denn jede Stunde, da Ware schneller rollt, schafft neuen Wert, ist bares
Gold."
Sepp Heringer erinnert an den Dichter des Jedermann und dabei ist ihm ein
kleiner,
aber feiner Versprecher passiert: Hugo von Hoffnungsthal nannte er den Mitbegründer
der Salzburger Festspiele.
Hoffnung haben auch die inzwischen 420 Mitglieder der Bürgerinitiative.
"Auf Vernunft", sagen sie.
Info`s ... 2010
Fridolfing: "Projekt Salzachbrücke nicht gefährdet"
11.12.2010
Fridolfing.
War es ein Heimspiel für den Landrat? Kritische Stimmen gibt es in Fridolfing
genug.
Nun hat sich Hermann Steinmaßl im Fridolfinger Gemeinderat den Fragen
der Räte gestellt.
Wichtigstes Thema der Sitzung war, wie es weiter geht mit dem Bau der geplanten
Salzachbrücke bei Fridolfing.
Gemeinderat Josef Frech kritisierte, die Brücke wäre viel zu teuer
für eine Verbindung von lediglich regionaler Bedeutung.
Hermann Steinmaßl beteuerte hingegen,
trotz der Kostensteigerung in den letzten zehn Jahren rechne er nicht damit,
dass das Projekt ernsthaft gefährdet sei.
Eingangs verschaffte der Landrat anhand
einer Power-Point-Präsentation den Räten einen Überblick
über den zeitlichen Ablauf.
Ausgangspunkt für die Brückenpläne sei 1995 der Beitritt Österreichs
zur EU gewesen.
Seither bestehe die Forderung nach einer Brücke,
deren Notwendigkeit von vielen gesehen und deren Bau von vielen befürwortet
werde.
Vor
200 Jahren habe sich der Fluss im Zentrum des bayerischen Salzachkreises befunden.
Nach der Teilung des Salzachkreises sei die Salzach im Jahr 1816 ein Grenzfluss
geworden.
Seit der Gebietsreform im Jahr 1972 sei der bayerische Rupertiwinkel auf die
Landkreise Traunstein
und Berchtesgadener Land aufgeteilt.
In
den Anliegergemeinden Tittmoning, Fridolfing, Ostermiething,
St. Pantaleon, St. Radegund, Tarsdorf,
Franking und Haigermoos wohnten rund 20.000 Menschen, im weiteren Umkreis
sei mit 30.000 Menschen zu rechnen,
welche die Brücke nutzen könnten.
Steinmaßl
erinnerte an ein Schreiben der zehn österreichischen Nachbargemeinden
aus dem Jahr 1998,
das die politischen Vertreter des Landkreises Traunstein,
der Gemeinde Fridolfing und der Stadt Tittmoning zur Beteiligung am Bau einer
Salzachbrücke auffordert.
Auch seien im Landesentwicklungsplan die überregionalen Entwicklungsachsen
festgelegt.
Diese entsprächen den derzeitigen Verkehrsachsen.
Das seien im Landkreis Traunstein die Traun/Alz-Achse und die Autobahn.
Die B 20 und die Salzachbrücke seien im kleinräumigen Regionalplan
enthalten, der aus dem Jahr 1999 stammt.
Im Euregio-Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2000 werde die Salzachbrücke
als Schlüsselprojekt bezeichnet.
An Traun und Alz gebe es zwischen Siegsdorf und Burgkirchen 72 Brücken,
an der Salzach gebe es zwischen Burghausen und Freilassing nur zwei,
nämlich die in Laufen und in Tittmoning.
Bereits vor seiner Amtszeit als Landrat habe der Kreisausschuss im Jahr 1998
den einstimmigen Grundsatzbeschluss gefasst,
dass sich der Landkreis an einer Machbarkeitsstudie finanziell beteiligen
werde, sagte Steinmaßl.
An
dieser Machbarkeitsstudie hätten sich auch die Gemeinden Tittmoning und
Fridolfing,
der Freistaat Bayern, das Land Oberösterreich und die EU finanziell beteiligt.
Die Studie untersuchte den Verkehr im Raum zwischen der TS 16 bei Ramsdorf
und Kirchheim und der TS 26 beim Fridolfinger Badesee.
Ebenso seien die Naturschutzverträglichkeit einer Brücke geprüft
und eine vorläufige Kostenprognose erstellt worden.
2000 habe der Kreisausschuss beschlossen, einen Korridor für den Neubau
der Salzachbrücke
aus den damals geplanten FFH- und Vogelschutzgebieten herauszunehmen.
Die
oben genannte Studie sei am 27. Oktober 2000 dem Kreistag vorgestellt worden.
Dieser habe sodann mit großer Mehrheit beschlossen,
das Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern einzuleiten.
Den Planungsauftrag hätten die Planungsgruppe "Strasser und Partner"
und die Ingieurgesellschaft "Haumann und Fuchs" erhalten.
Das Raumordnungsverfahren sei im Jahr 2004 positiv abgeschlossen worden.
Zum
derzeitigen Stand teilte Landrat Steinmaßl mit,
dass die für das Planfeststellungsverfahren notwendigen Untersuchungen
eigentlich fertig wären.
Eine Verkehrsuntersuchung sei durchgeführt worden,
wofür ein anderes Büro als bei der Machbarkeitsstudie ausgewählt
worden sei.
Auf die naturschutzrechtlichen Belange sei eingegangen, ein Bodengutachten
sei erstellt,
konkrete Planungen für die Brücke seien aufgenommen und die
Straßen-, Geh-
und Radwegeführung seien ausgearbeitet worden.
Alle Schritte seien gemeinsam mit dem Land Oberösterreich durchgeführt
worden
Walthari Fuchs von der Ingenieurgesellschaft "Haumann und Fuchs"
berichtete,
man habe sechs mögliche Varianten untersucht.
Die wahrscheinlichste sei eine Flachgründung von der Götzinger Ache
bis zum Hochwasserdamm
und eine Tiefgründung vom Hochwasserdamm bis zum Widerlager in Oberösterreich.
Die Kosten hierfür seien mit 41,6 Millionen Euro veranschlagt.
Die Brücke selbst koste voraussichtlich 33,1 Millionen Euro.
Mehrkosten
seien durch die geplante Errichtung einer Irritationsschutzwand für fliegende
Tiere (1,3 Millionen Euro),
den Bau der Straße zehn Meter über dem Auwald (1,2 Millionen Euro),
die Bodenverhältnisse (3,1 Millionen Euro) sowie für den vom Wasserwirtschaftsamt
geforderten
technischen Gewässerschutz der Salzach (1,4 Millionen Euro) entstanden.
Außerdem
gab Fuchs zu bedenken, dass seit dem Jahr 2000 der Baupreisindex um 19,2 Prozent
eingetreten sei.
Zu den Kosten des Brückenbauwerkes kämen weitere Bauwerks-
un Straßenbaukosten,
die Kosten für den Grunderwerb, die nötigen Ausgleichsmaßnahmen
und den Naturschutz in Höhe von insgesamt 8,5 Millionen Euro.
Allein für naturschutzrechtliche Belange fielen Kosten in Höhe von
5,2 Millionen Euro an.
In
der sich anschließenden Diskussion sprach sich Gemeinderat Josef Frech
ausdrücklich gegen das Gesamtprojekt aus.
Er bezeichnete es als "viel zu teuer für eine nur regional wirkende
Gemeindeverbindungsbrücke".
Die hohen Kosten entstünden auch deshalb, weil der Untergrund weicher
Seeton
nicht für den Bau einer Brücke geeignet sei.
Frech warnte davor, dass das Bauwerk hochwertige Naturschutzflächen zerstören
würde.
Es handle sich um ein FFH-Gebiet. Dort eine Straße und eine Brücke
zu bauen,
würde gegen EU-Recht verstoßen. Als weiteres Gegenargument führte
Josef Frech an,
dass die hauptsächlich betroffenen Landwirte immer wieder beteuert hätten,
sie würden ihre Grundstücke nicht verkaufen.
Als
Hermann Steinmaßl dem Ratsmitglied daraufhin vorwarf, er, Frech,
sei generell zu keinen Kompromissen oder zur Findung von akzeptablen Lösungen
für die Brücke bereit,
erwiderte dieser, er könne sich durchaus eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke
vorstellen.
In
der Diskussion kündigte Hermann Steinmaßl überdies an, er
werde versuchen, die Kosten noch zu reduzieren.
Hierbei würde er sich einen Kompromiss im Bereich der naturschutzfachlichen
und wasserwirtschaftlichen Belange wünschen.
Auf Nachfrage erläuterte er, dass sich der bayerische Anteil auf etwa
25,0 Millionen Euro belaufen würde.
Davon würden mindestens 80 Prozent vom Freistaat übernommen,
die restlichen 10 bis 20 Prozent trage der Landkreis Traunstein.
Weiter
sagte Steinmaßl, dass er mit 5.000 Fahrzeugen pro Tag rechne.
Damit zähle diese Straße zu jenen sechs bis sieben Kreisstraßen
im Landkreis Traunstein,
die einer gleichen oder höheren Verkehrsbelastung unterliegen.
Aufgrund dessen scheine es gerechtfertigt, dass der Landkreis Traunstein die
Straßenbaulast für dieses Projekt trage.
Der Landkreis habe von 2002 bis 2010 insgesamt 217 Millionen Euro investiert.
Davon entfielen 100 Millionen Euro auf Kliniken und Altenheime, 80 Millionen
Euro auf den Bildungsbereich,
14 Millionen Euro auf den Bau von Geh- und Radwegen und 23,0 Millionen Euro,
also elf Prozent, auf den Strassen.
Auf
eine Rückfrage über den zeitlichen Ablauf teilte Steinmaßl
mit,
dass nach Überarbeitung der Planung mit eventuellen Kosteneinsparungen
das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden könne.
Danach sei abzuwarten, welche Einwände im Rahmen der Auslegung und Anhörung
kämen.
Die im Planfeststellungsverfahren erteilte Genehmigung könnte anschließend
im Klageweg bei Gericht angefochten werden,
so dass eine genaue Zeitplanung nicht möglich sei.
Bezüglich des Grunderwerbs werde er zeitnah Gespräche mit den Grundstückseigentümern
führen,
sagte der Landrat.
Weiter seien die endgültige Förderzusage und der genaue Förderbetrag
bei der Regierung von Oberbayern einzuholen.
Abschließend
stellte Landrat Steinmaßl ausdrücklich fest,
dass er trotz der Kostensteigerung die Realisierung des Projektes "Salzachbrücke"
nicht gefährdet sehe.
Zum Leserbrief von Andreas und Monika Di-Qual vorn 11.
Dezember Über den Bau der Salzachbrücke bei Fridolfing.
1.
Richtig erkannt haben die Di-Quals,
dass die Aktivisten nicht nur gegen den Brückenstandort Fridolfing,
sondern auch gegen den Standort Triebenbach sind.
Weil die Folgen einer neuen Brücke,
wo auch immer zwischen Tittmoning und Freilassing sie gebaut würde,
die gleichen wären, nämlich das Öffnen einer Schleuse für
zusätzlichen Schwerlastverkehr,
es
ist im Grunde traurig und kaum zu glauben,
dass wir eine Bürgerinitiative gründen müssen.
um unsere schöne Heimat zu schützen und zu bewahren.
2.
Das Nichtraucherschutzgesetz mit der Abstimmung für
den Bau der Brücke zu vergleichen,
ist schlichtweg Unsinn.
Dem Nichtraucherschutzgesetz ging ein Volksentscheid voraus,
bei dem alle Bürger Bayerns abstimmen konnten.
Bei der Abstimmung im Kreistag zum Brückenbau
handelt es sich selbstverständlich
um ein demokratisch gewähltes Gremium,
nur wäre es schon mehr als spannend,
in einem Landkreisentscheid über die Brücke in Fridolfing abzustimmen.
3.
Es steht meiner Meinung nach nicht dafür, wegen einiger
österreichischer Arbeitnehmer,
die den Weg über Tittmoning bzw. Laufen in Kauf nehmen müssen,
eine Brücke ins Spiel zu bringen, um Umweltverschmutzung zu vermeiden.
Der zusätzliche Verkehr, den die neue Brücke mit sich bringt,
würde mit Sicherheit wesentlich mehr Umweltverschmutzung in der Region
nach sich ziehen.
4.
Natürlich tun die Eingriffe beim Bau des Hochwasser
damms auch Natur und Tierschützern weh.
Nur wird mit dieser Maßnahme der Salzach erstens ein Teil seiner ehemaligen
Flussführung zurückzugeben,
nachdem sie vor circa 200 Jahren in dieses enge Flussbett gepfercht worden
ist,
und außerdem ist diese Maßnahme aus Hochwasserschutzgründen
notwendig zur Verhinderung eines Sohledurchschlages.
5.
Die optische Verschandelung, die angemahnt wird,
beginnt doch mit dem Bau der Brücke in einem FFH-Gebiet und nicht
durch die geforderte Irritationsschutzwand.
Die ist nur eine Folge.
6.
Den Topf, in dem die Gelder für die Brücke bereits
enthalten sind, möchte ich gerne sehen,
haben wir doch bei einem Unterhaltsrückstand von 25 Mrd. Euro nicht einmal
annähernd genug Geld,
die bestehenden Straßen zu sanieren. Ich denke, es ist vernünftiger,
unser jetziges Straßennetz zu erhalten und es nicht noch ständig
zu erweitern.
7.
Bei den Kosten, die auf den Landkreis zukommen, handle es
sich um sich um rentable Kosten,
weil damit die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder gesichert würde,
so argumentieren die Leserbriefschreiber.
Unsere Kinder und Enkelkinder werden uns einmal fragen, was wir für den
Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage Luft,
Wasser, Boden getan, und nicht, warum wir nicht noch mehr Straßen gebaut
haben.
Es
gibt im Landkreis wahrlich dringlichere Maßnahmen, z.B. die Wasserqualität
des Waginger Sees.
Wir wissen alle, wie wichtig der Waginger See als touristische Attraktion,
aber auch für uns Einheimische ist.
Da wäre es aus meiner Sicht sinnvoller,
unsere Steuergelder für Ausgleichszahlungen an die Bauern im Einzugsgebiet
des Waginger Sees zu verwenden,
damit diese eine extensivere Landwirtschaft betreiben.
Hier
würde ich mir vom Landrat Steinmaßl genauso viel Engagement wünschen,
wie er es bei „seiner" Brücke zeigt,
denn dies wären Investitionen in die Zukunft und nicht noch mehr Straßen
und damit dem Verkehr den roten Teppich ausrollen.
Und
es bleibt dabei – Vernunft statt Salzachbrücke.
Hans Glück Grassach Tittmoning
Kontroverse Debatte über geplante Salzachbrücke
17.11.2010
Kann sich der Landkreis Traunstein diese teure
Brücke über die Salzach leisten?
Wie hoch steigt der Freistaat Bayern ein?
Welchen Anteil zahlt Oberösterreich?
Welche Lösung ist technisch, ökologisch und wirtschaftlich vertretbar?
Diese und viele weitere Fragen bestimmten die gestrige Sitzung des Traunsteiner
Kreisausschusses.
Ingenieure der mit der Vorplanung beauftragten Firmen standen Rede
und Antwort.
Bei drei Gegenstimmen von Bündnis 90/Die Grünen und der ÖDP
ermächtigte das Gremium Steinmaßl,
zusammen mit den Planern nach wirtschaftlicheren Lösungen für eine
Brücke über die Salzach zu suchen.
Großer Druck für eine neue Brücke über die Salzach sei
1998 von österreichischer Seite gekommen.
Ein solches Bauwerk sei im bayerischen Landesentwicklungsplan verankert,
im Regionalplan ebenso erwähnt wie im Euregio-Entwicklungskonzept aus
dem Jahr 2000
als »eines der Schlüsselprojekte«.
Der neue Übergang solle vor allem
den bestehenden in Laufen entlasten,
aber auch neue Entwicklungen ermöglichen.
Wegen der geschützten Salzachauen müsse man in diesem Punkt überall
mit Problemen rechnen,
betonte Steinmaßl.
1998 habe der Freistaat zusammen mit Österreich unter
Beteiligung des Landkreises Traunstein
eine Machbarkeitsstudie angestoßen.
Der jetzige Standort zwischen Tittmoning und Fridolfing bei Triebenbach
sei als »ökologisch sinnvollste Lösung« erachtet worden.
Ohne Oberösterreich sei die Brücke nicht zu realisieren.
Mittlerweile lägen die geschätzten Kosten »jenseits
der 40 Millionen Euro«.
Details technischer und finanzieller Art lieferte Walthari Fuchs namens der
Ingenieurbüros.
Tragfähiger Boden finde sich teils erst ab 20 bis 25 Meter Tiefe. Darüber
liege Seeton.
Auf bayerischer Seite reiche der Seeton bis zu 60 Meter tief.
Bei solcher Bodenbeschaffenheit könnten Bauwerke mit
schwimmender Pfahlgründung errichtet werden.
Die Kosten einer neuen Salzachbrücke waren im Zug der Machbarkeitsstudie
im Jahr 2000
auf etwa 19,1 Millionen Euro veranschlagt worden plus 0,9 Millionen Euro für
Straßenbau,
Grunderwerb, Ausgleichsflächen und Naturschutzmaßnahmen.
Während des Raumordnungsverfahrens kam man auf Kosten
von 25 Millionen Euro
für die Brücke plus 4,6 Millionen Euro für die weiteren Dinge.
Die aktuelle Ermittlung geht von 33,1 Millionen Euro Brückenkosten und
zusätzlich 8,5 Millionen Euro aus.
Das heißt: Die Gesamtkosten kletterten von anfangs 20 auf jetzt 41,6
Millionen Euro.
Dabei werden die Kosten für die Brücke selbst von bayerischer und
österreichischer Seite geteilt.
Für den jeweiligen Vorlandbereich muss jeder selbst einspringen.
Was er sich leisten könne, werde der Landkreis Traunstein
kritisch überprüfen,
erwiderte Steinmaßl auf Frage von Dr. Lothar Seissiger.
Die bereits von der Tonnage her beschränkte Laufener Brücke zu entlasten,
forderte Johann Schild, Bürgermeister von Fridolfing. Die »überregionale
Bedeutung« führte Hans Schupfner ins Feld.
Genau diese habe die Brücke nicht, antwortete der Landrat. Auf österreichischer
Seite,
einem sehr ländlichen Gebiet, lägen nur kleine Straßen den
bayerischen Kreisstraßen entsprechend.
Für
die Region sei die Brücke »ein normales Bindeglied, etwa für
Lkws,
die derzeit in Laufen oder Tittmoning über die Salzach fahren«.
Mit der Frage, ob jede Naturschutzauflage erfüllbar sei, eröffnete
Franz Maier, CSU, eine größere Debatte.
Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner: »Wir haben auch Schutzfunktion
für den Menschen.
« »Umweltschutz nach Kassenlage« lehnte Sepp Hohlweger,
ab.
Großes Anliegen der Bürgerinitiative
sei, keinen zusätzlichen Lkw-Verkehr zu gerieren.
Die
neue Brücke sollte eventuell auf Pkws beschränkt werden:
»Dann gibt es vielleicht weniger Widerstand.«
Interview: Denkpause für die geplante Salzachbrücke 13.11.2010
Traunstein/Fridolfing/Tittmoning.
Schwierige Bodenverhältnisse,
explodierende Baukosten und aufgebrachte Bürger:
Für Landrat Hermann Steinmaßl ist der geplante Bau einer Fridolfinger
Salzachbrücke kein Zuckerlecken.
Nun hebt auch noch die Vorsitzende der Ökoliste und des BN in Tittmoning
Ilse Englmaier den Finger:
Steinmaßl habe vor zehn Jahren als Ingenieur bei der Machbarkeitsstudie
für die Brücke gepfuscht.
Was ist
dran an diesem Vorwurf?
Wir sprachen mit dem Landrat im Traunsteiner Parkhotel.
SR: Herr
Steinmaßl, Ilse Englmaier hat Sie in einem Leserbrief,
den wir letzten Samstag veröffentlicht haben, heftig attackiert.
Wie geht´s Ihnen mit solchen Angriffen?
Steinmaßl:
Frau Englmaier personifiziert und bezeichnet das Projekt
ganz bewusst als "Brücke des Herrn Steinmaßl",
was definitiv nicht zutrifft.
Das ist für mich eine bewusste Strategie,
und die Art erinnert mich an die 68-er Zeit.
SR: Nun ja, es stimmt schon, die geplante Brücke wird
stets mit Ihrem Namen
in Verbindung gebracht.
Steinmaßl:
Als Österreich 1995 zur EU kam,
wurde in den Grenzgemeinden beiderseits der Salzach
der Ruf nach einer neuen Salzachbrücke laut.
Die Brücke entspricht dem Willen dieser Gemeinden. Ihr Bau ist sinnvoll,
weil sich unsere Region an der Salzach in den letzten 50 Jahren
nur nach Westen entwikkeln konnte.
Deshalb befürworte ich sie, aber sie ist nicht mein persönliches
Projekt.
SR: Nicht
nur Stuttgart 21 zeigt es:
Für die Politik wird es zusehends schwieriger, Verkehrsprojekte durchzusetzen.
Nun haben sich Bürgerinitiativen aus der Region zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.
Wie geht´s Ihnen dabei?
Steinmaßl:
Für den Landkreis Traunstein gibt es einen Verkehrsentwicklungsplan.
Er ist das Ergebnis von Anregungen und Anträgen aller 35 Städte
und Gemeinden des Landkreises.
Er spiegelt also das wider, was vor Ort als notwendig erachtet wird.
Die
vom Netzwerk der Bürgerinitiativen in Frage gestellten Verkehrsprojekte
sind deshalb jeweils einzeln vor Ort mit den Bürgerinnen
und Bürgern und den dafür zuständigen Behörden zu klären.
SR: Könnten Sie sich eine Zusammenarbeit mit dem Netzwerk
der Bürgerinitiativen vorstellen?
Steinmaßl:
Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne diskutiere,
um beste Lösungen zu finden. Nur muss man sehen,
welche Alternativen die Bürgerinitiativen anbieten:
Es handelt sich immer um Nulllösungen.
Das ist kein Weg in die Zukunft.
SR: Kommen
wir zurück auf die Angriffe von Frau Englmaier gegen Sie.
Dort geht es um die Machbarkeitsstudie für die Salzachbrücke,
an der Sie, damals noch als Ingenieur, mitgearbeitet haben.
Wer war denn der Auftraggeber dieser Studie und wie lautete Ihr konkreter
Auftrag?
Steinmaßl:
Maßnahmenträger der Machbarkeitsstudie von 1999 war die Gemeinde
Fridolfing
gemeinsam mit dem Land Oberösterreich
sowie mit Unterstützung der Stadt Tittmoning und des Landkreises Traunstein.
Das Projekt wurde als Interreg-Projekt durch die EU gefördert.
Mit dieser Studie wurden vier Ingenieurbüros beauftragt: ein Verkehrsplaner,
ein Landschaftsplaner, ein Brückenplaner und wir.
Unser Teilauftrag war die Zusammenstellung der Unterlagen,
die Linienführung der Straße aufzuzeigen und die Höhen festzustellen.
Das weiß auch Frau Englmaier.
SR: Und warum haben Sie denn den Untergrund nicht unte Steinmaßl:
Das war damals Teil der Brückenuntersuchung und nicht unser Auftrag SR:
Waren Ihnen die Studien zur Beschaffenheit des Untergrundes
aus den Jahren 1951 und 1975 denn nicht bekannt?
Dort geht deutlich hervor, dass sich im Untergrund Seeton befindet.
Steinmaßl:
Wie gesagt, ich bin kein Experte für Bodengutachten.
Das müssten Sie diese Experten fragen. Dass es dort Seeton gibt, war
immer schon bekannt.
Aber bei vielen bestehenden Brücken in der Region stößt man
auch auf Seeton.
SR: Gibt
es denn verschiedene Konsistenzen des Seetons?
Steinmaßl:
In dieser Frage bitte ich Sie, die Bodengutachter zu fragen.
SR: Ilse Englmaier wirft Ihnen vor,
Sie hätten bei Ihrem Gutachten geschlampt...
Steinmaßl:
Das weise ich in aller Deutlichkeit zurück! Sie kennt den Sachverhalt,
auch meinen Teilauftrag. Trotzdem hält sie daran fest,
in aller Öffentlichkeit falsche Behauptungen aufzustellen.
SR: Die
geschätzten Kosten des Projekts haben sich von 22,4 auf 40 Millionen
Euro fast verdoppelt.
Bei etwa 25 Millionen Euro würde der Anteil auf der bayerischen Seite
liegen.
Diese Kostenexplosion hat doch wohl auch mit dem vorgefundenen Untergrund
zu tun.
Steinmaßl:
Es gibt viele Gründe, die zur Kostenentwicklung beigetragen haben.
Dabei spielt neben den außerordentlich hohen Auflagen im Naturschutz
und in der Wasserwirtschaft auch der Untergrund eine Rolle.
SR: Nun gut, Naturschutz gibt es niemals zum Nulltarif.
Aber das hätte Ihnen doch schon seit dem Jahr 2000 bekannt sein müssen.
Die Machbarkeitsstudie geht doch ausdrücklich auf dieses Thema ein?
Steinmaßl:
In der Machbarkeitsstudie wurde unter Beachtung der Naturschutzbelange
in einem Korridor von Kirchheim
bis zum Badesee in Fridolfing die gewählte Trasse als beste Lösung
gefunden.
Die detaillierten Kostenauswirkungen konnten damals so noch nicht genau erfasst
werden.
Angesichts der aktuellen Entwicklung haben Landesrat Hiesl und ich festgelegt,
dass wir jetzt darüber nachdenken sollen, ob man kostengünstigere
Lösungen findet.
SR: Was
sagen Sie! Es geht also in der bisherigen Richtung nicht weiter?
Steinmaßl:
Bei solchen Projekten liegt es durchaus in der Natur der Sache,
dass man neue Überlegungen anstellt. Ein aktuelles Beispiel:
Für den Bahnübergang in Übersee wurden in fast 80 Jahren mehrere
Planungen verworfen.
Die Notwendigkeit des Bahnübergangs wurde dabei nie in Frage gestellt.
Jetzt wird gebaut.
SR: Sie signalisieren also einen Zwischenstopp,
um kostengünstigere Alternativen prüfen zu lassen. Wie könnten
diese denn aussehen?
Steinmaßl:
Daran arbeiten wir gerade.
SR: Geben
Sie unseren Lesern einen Tipp...
Steinmaßl:
Die Salzach soll auf bis zu 200 Meter aufgeweitet werden.
Ich könnte mir vorstellen, dass wir mit dem Wasserwirtschaftsamt darüber
sprechen,
ob man den Fluss an der Stelle, wo die Brücke gebaut wird,
nicht bei einer Breite von 100 Metern belassen Steinmaßl:
Wir müssen uns auch mit den Forderungen und Belangen des Naturschutzes
auseinandersetzen.
Wenn die Brückengegner Partner wären,
dann könnte jetzt ihre große Stunde kommen.
Wir könnten gemeinsam nach einem Kompromiss suchen.
SR: Sie müssen also verhindern, dass die Kosten immer
weiter davonlaufen. Sicher auch deshalb,
weil sonst der Freistaat bei der Finanzierung nicht mehr mitmachen würde?
Bisher liegt nur eine mündliche Finanzierungszusage des damaligen Ministerpräsidenten
Günther Beckstein vor.
Steinmaßl:
In den Gesprächen mit Günther Beckstein und dem Innenministerium
wurde festgehalten,
dass sich der Freistaat Bayern mit mindestens 85 Prozent an den auf bayerischer
Seite anfallenden Kosten beteiligt.
Einen schriftlichen Bescheid wird der Landkreis erst bekommen,
wenn die Planfeststellung erfolgt und der Förderantrag gestellt ist.
Das gilt für alle Bauprojekte.
SR: Wären
40 Millionen Euro für eine Brücke von lediglich regionaler Bedeutung
vertretbar?
Die vier Anliegergemeinden haben zusammen 16.500 Einwohner...
Steinmaßl:
Zusammen mit den angrenzenden Gebieten kommt man auf etwa 30.000 Einwohner.
Richtig ist, dass es eine Brücke für die regionale Entwicklung ist.
Nehmen wir an,
auf bayerischer Seite wären 25 Millionen Euro zu finanzieren,
dann stellt sich die Frage, ob man diese Summe vertreten kann.
Dafür ist entscheidend, welche Bedeutung man dem Bauwerk für die
Region zumisst?
Auch dazu ein Beispiel:
Wir haben wir in den letzten 20 Jahren an die 100 Kilometer Geh- und Radwege
entlang von Kreisstraßen gebaut,
obwohl sie oft nur örtliche Bedeutung haben.
Dabei hat niemand die Frage der Kostenrelation zur Verkehrsbedeutung gestellt,
sondern es stand bei diesen Wegen die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im
Vordergrund.
Im Fall der Brücke geht es um die Zukunft der Region.
SR: In welcher Form würde die Brücke der Wirtschaftsförderung
dieser Gemeinden dienen?
Steinmaßl:
Festzustellen ist, eine Region entwickelt sich nur dort,
wo man zusammen kommen kann. Wo das nicht möglich ist,
gibt es keine Entwicklung. Das lehrt die Geschichte.
Warum hätte es sonst die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit gegeben?
Manchmal denke ich darüber nach, was heute sein würde,
wäre der Rupertiwinkel vor 200 Jahren nicht zu Bayern,
sondern zu Österreich gekommen.
Wie viele Brücken über die Salzach gäbe es dann zwischen Freilassing
und Burghausen?
Der Flussabschnitt von Siegsdorf an der Traun bis Burgkirchen an der Alz ist
etwa genau so lang.
Das wäre dann die Grenze zwischen Bayern und Österreich gewesen.
Dort leben 70.000 Menschen, und es gibt 70 Brücken.
An der Salzach gibt es zwei Brücken,
wenn man den Laufener Steg einrechnet,
drei. Wenn wir nachhaltig denken,
brauchen wir diese zusätzliche Verbindung, wie von den Gemeinden gefordert.
SR: Eine
teuere Verbindung. Kann der Landkreis die explodierenden Kosten schultern?
Steigt die Kreisumlage?
Steinmaßl:
Auch wenn noch so oft das Gegenteil behauptet wird:
Die Verkehrsprojekte der letzten acht Jahre haben den geringeren Anteil
an der Verschuldung des Landkreises ausgemacht.
Was finanziell wirklich ins Gewicht gefallen ist,
war der Bau von Schulen sowie die Finanzierung und Entwicklung der Kreiskliniken.
Da stehe ich gemeinsam mit einer großen Mehrheit des Kreistags zu jedem
einzelnen Euro.
SR: Ich kann es Ihnen nicht erlassen, einige ganz persönliche
Fragen an Sie zu stellen.
Ihr Büro war im Jahr 2000 an der Machbarkeitsstudie beteiligt.
Keine zwei Jahre später wurden Sie zum Landrat gewählt.
In diesem Amt treiben Sie den Brückenbau energisch voran.
Ist das nicht eine problematische Verknüpfung, der Landrat als sein eigener
Gutachter?
Steinmaßl:
Bevor ich Landrat wurde, hatte ich ein eigenes Büro.
Als ich Landrat wurde, habe ich das Büro aufgegeben,
was mir nicht leicht gefallen ist. Damit war das Thema für mich erledigt.
Aber dann kann man doch als Landrat nicht hergehen und zu den Bürgermeistern
sagen:
Ihr habt Pech gehabt. Weil ich als Ingenieur an einem Projekt beteiligt war,
bauen wir diese Projekte nicht mehr.
SR: Wie geht´s Ihnen eigentlich als Fridolfinger,
wenn der größte Widerstand gegen die Brücke aus Ihrer eigenen
Gemeinde kommt,
von guten alten Bekannten wie von Josef Frech,
dem Vorsitzenden des Vereins der Brückengegner?
Steinmaßl:
Wenn jemand früher angeblich ein guter Freund von mir war und das,
was ich jetzt tue,
persönlich nimmt, dann hat er selbst ein Problem, nicht ich.
Als Landrat nehme ich meine Aufgabe ernst,
eine Region für 170.000 Einwohner zu entwickeln.
Das sollte doch niemand persönlich nehmen.
Da geht es um Schulen, Kliniken, Jugend und auch Straßen.
Da ist auch der Einsatz für die Salzachklinik dabei.
Man muss anerkennen, dass ich diese Aufgaben als Vorsitzender eines Gemeinwesens
erfülle,
das Mehrheiten findet und Mehrheiten akzeptiert.
SR:
Trotzdem: Fühlen Sie sich als Fridolfinger wohl.
Steinmaßl: Viele sagen mir: Bleib standhaft. Nur sind
gerade die konservativen Bürger
eher zurückhaltend und gehen nicht so sehr in die Öffentlichkeit.
SR: Sie
haben also einen großen Rückhalt im eigenen Lager.
Aber wenn es aber darum geht,
Schläge einzustecken, stehen Sie allein an exponierter Stelle?
Steinmaßl:
Ein wenig mehr Unterstützung in der Öffentlichkeit für das
Projekt würde schon gut tun.
Aber ich bin Widerstand gewohnt und halte das aus.
Außerdem war die Brücke ja auch in meinem Wahlprogramm.
Und aus welchen Gemeinden habe ich prozentual am meisten Stimmen erhalten?
Aus Fridolfing, Tittmoning, Kirchanschöring, Waging am See und Petting.
Das spricht doch auch für meine Verankerung in der Heimat und das Vertrauen
der Menschen!
SR:
Herr Steinmaßl, wir danken Ihnen für das Gespräch!
Das Interview mit Landrat Hermann Steinmaßl führte unser Redakteuer
Rainer Georg Zehentner.
Waging November 2010
Bis jetzt sind es 15 Bürgerinitiativen
aus Südostbayern, Salzburg, Oberösterreich und Tirol u.a.
Umweltverband Alztal und Umgebung (UVA) - Verein Lebensraum Salzkammergut
-
Vernunft statt Salzachbrücke - Bürgerinitiative für Lebensqualität
im Rupertiwinkel -
Nein zur Brücke in Triebenbach - Verein Lebensraum Mattigtal - Rettet
den Haidforst Obinger Weg -
Arge 8304-IG Autobahn freier Högl — A 8 Bürger setzen Grenzen
– Forum Besorgter Bürger e.V. Waging,
die sich nicht nur vernetzen, sondern auch gemeinsamen Protest gegen den Transit
-
Verkehrsdrehscheibenwahnsinn im Chiemgau,
Rupertiwinkel und den angrenzenden Regionen entwickeln wollen.
Mit dem Schlagwort „Wer Globalisierung
will, braucht Verkehrswege“
verkündet der meist nicht handelnde Verkehrsminister,
der mehr und mehr nur ein Forderer und Ankünder ist,
der den Schutz der Menschen und der Landschaft vor überbordendem Individual-
und Transportverkehr nicht zum Ziel seiner Politik macht,
sondern dem Logistikwahnsinn der JustinTimeProduktionen Tür,
Tor und Straßenneubau öffnet und zulässt.
Zu
kurz kam bei dieser sehr gut besuchten Veranstaltung
(ca 350 Personen) am Samstag den 30.10.2010 in Waging am See im Strandkurhaus
die Tatsache,
dass der auf dem Verbrennungsmotor basierende Individualverkehr –
dem aktuellen Absatzboom zum Trotz – wegen des Klimawandels und der
Endlichkeit des Öls keine Zukunft hat.
Das hier der Elektromotor einspringen soll, verkauft ein Teil der Politik
samt Automobilindustrie schon heute,
ohne eine zentrale Forderung aufzustellen – zur Individualfortbewegung,
zur Lösung von Transporten auf der Straße muss ausschließlich
Strom verwendet werden,
der ohne Belastung der Umwelt erzeugt wurde.
Das jetzige Wirtschaftssystem ist auf Gedeih und Verderb vom Öl abhängig
und da wird es nicht ohne Diskussionen abgehen, wie Veränderungen auszusehen
haben.
Zusätzlich
fand der anscheinend bei vielen Bürgerinitiativen völlig unbekannte
„Masterplan-kooperatives Raumkonzept
für die Kernregion SALZBURG“ in dieser Veranstaltung keine Erwähnung
oder Bewertung.
Es liegt derzeit schon der zweite Entwurf vor (11.10.2010) vor und es scheint,
also habe die die etablierte Politik kein großes Interesse die Bürgerinnen
und Bürger zu beteiligen.
Im MASTERPLAN spielt auch der Verkehr eine entscheidende Rolle. Dabei spielt
der ÖPNV,
wie immer, eine Nebenrolle. Für den Ausbau und Verbesserungen der Verkehrsinfrastruktur
werden
die Zonen Bergheim/Anthering, Laufen/Oberndorf und Freilassing/Saaldorf-Surheim
als unerlässlich benannt.
Zwei neue Salzachbrücken – eine bei Laufen-Triebenbach, die andere
bei Muntigl –
mit entsprechenden Straßenzuführungen sollen beitragen,
den Verkehr von hüben nach drüben und umgekehrt zu „verflüssigen“.
Ein Güterterminal in Teisendorf samt Logistikzentrum braucht dreispurige
Autobahnen und Möglichkeiten zur Mautflucht.
Das neue Bündnis sollte schleu8nigst eine Arbeitsgruppe einsetzen,
die sich ausführlich mit den Gesamtauswirkungen dieses Projektes beschäftigt..
Hermann
Eschbeck vom Bund Naturschutz stellte fest,
dass man keine Drehscheibe des Verkehrs werden wolle und zum „Eldorado
der Mautflüchtlinge“ werden wolle.
Man brauche nicht mehr Lärm, Feinstaub und Luftverschmutzung durch Abgase
– „„Herr Raumsauer,
nicht fordern, sondern machen Sie!“ Ramsauer solle endlich ein Verkehrskonzept
entwickeln
bei dem Güter auf die Bahn kommen.
Ein lebenswertes Umfeld in dem Menschen leben und arbeiten, darf nicht zerstört
werden.
Auch Pfarrer Simon Eibl aus Laufen begrüßte die neue Bürgerallianz
Grenzenlos.
Der Bundestagsabgeordnete Dr. Toni Hofreiter
vom Bündnis 90/Die Grünen vertrat vor allem die Meinung,
man müsse die Bürgerbeteiligung,
die ja nicht nur NEIN sagen würde, endlich ernster nehmen. Sein Appell
jene nicht mehr zu wählen,
die nicht Interessen der Menschen als Politiker vertreten würden,
bekam Beifall – besser wäre gewesen er hätte Vorschläge
gemacht,
wie man politische Unfähigkeit gleich aus dem Amt jagen könnte.
Fristlos entlassen werden nur unbequeme Supermarktkassiererinnen –
politische Milliardengrabbeschließer bekommen Abfindungen und vergreifen
sich,
natürlich ohne Bürgerbeteiligung An Steuergeldern um Spekulantenbanken
zu retten!
Sepp
Frech von „Vernunft statt Salzachbrücke“ berichtete -
Jetzt bekommt Fridolfing sein ‘Stuttgart 21' “.
Offenbar ist den Herren nicht bewusst,
dass sie mit dem sturen Festhalten an der Brücke in Fridolfing
den Protest der Bevölkerung geradezu herausfordern.“
Landrat Steinmaßl und Stellvertreterhauptmann Hiesl aus Oberösterreich
halten trotz des schlechten Untergrunds daran fest,
die Brücke zu bauen.
Die Kosten für dieses unsinnige Projekt sind jetzt schon um das Doppelte
gestiegen
und es ist keineswegs sicher,
ob überhaupt gebaut wird. Denn Steinmaßl und Hiesl geben an,
in weiteren Gesprächen nach wirtschaftlicheren Lösungen suchen zu
wollen.
Diese „Beratungsresistenz“ zeichnet,
egal wo, anscheinend die meisten Politiker aus.
Bemerkenswert
und basisnah war der Redebeitrag des Biolandwirts Hans Glück. Die Tatsache,
dass schon heute 37 Milliarden € notwendig seien,
um die vorhandenen Straßenschäden bundesweit zu reparieren,
wäre für die Politik kein Signal.
Mit einem der dichtesten Straßennetze der Welt,
dürfte es in Deutschland keinen Neubau von Straßen geben, eher
wäre ein Rückbau wichtig –
aber der sei nur bei Bahnstrecken zu beobachten. oder Betriebsräte.
Es
wäre allerdings gut gewesen,
wenn Michael Behringer vom Bund Naturschutz aus Freilassing,
die Nahverkehrssituation ein wenig kritischer geschildert hätte.
Wenn man von Freilassing nach Waging mit der Bahn 40 Minuten braucht ist das
ja akzeptabel,
dass diese Fahrt aber 10,50 € kostet, ist in keinem Falle ein Anlass
vom Auto in den Zug umzusteigen.
Was sich dann noch an Fahrplandesaster auf der Bahnstrecke Berchtesgaden –
Salzburg abspielt,
ist leider auch nicht kritisiert worden. Früher gab es pro Stunde einen
Zug,
der die Strecke von Berchtesgaden über Salzburg bis nach Schwarzach/St.Veit
bediente.
Heute betreibt man einen „Verbindungsfleckerlteppich“
mit Verbindungen von Bad Reichenhall nach Freilassing und fährt man von
Bad Reichenhall nach Salzburg,
gibt’s in Freilassing einen Personalwechsel.
Über die nicht vorhandene Barrierefreiheit im Bahnhof Freilassing kein
Wort der Kritik
und endlich die Hauptverbindung zwischen München und Salzburg auszubauen
und schneller zu machen,
um die A 8 zu entlasten, wäre auch einige Worte wert gewesen.
Gisa
Paul von der UVA Trostberg (Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V.)
berichtete über die Arbeit,
die inzwischen den ganzen Chiemgau mit einbezieht. Als Verein werden auch
rechtliche Auseinandersetzungen geführt.
Erik Schnaitl von Fairkehr.net aus Salzburg stellte einige der Aktionen und
Projekte vor,
die sicherlich auch nachahmenswert wären.
Zum Beispiel das Gehzeug.
Dieses
grenzübergreifende Bündnis steht am Anfang,
die Vernetzung reicht von Südostbayern über Salzburg nach Oberösterreich
und Tirol und die kommenden Monate werden zeigen,
dass es genügend Bürgersachkenntnis und Bürgeraktivitäten
geben wird um zu verhindern,
dass ein weiterer Landstrich durch Straßenbau und dann folgenden Verkehr
zerstört wird.
Die Bürgerallianz Grenzenlos wird,
über Grenzen hinweg, wieder Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen.
Das hat diese Auftaktveranstaltung bewiesen
Dieter Braeg
Bad Reichenhall und Salzburg
vom 25.10.2010
Neue
Salzachbrücke: „Extrem schlechte
Bodenverhältnisse auf bayerischer Seite“
Laufen.
Bei der Planung der neuen Salzachbrücke im nördlichen Rupertiwinkel
bereiten die „extrem schlechten Bodenverhältnisse auf der bayerischen
Seite“ Probleme,
so eine Pressemitteilung vom Landratsamt Traunstein.
Durch Untersuchungen mit Pfahlprobebelastungen seien die Probleme erkannt
worden,
Gutachten und Ingenieure bestätigten jedoch, dass die Brücke dennoch
machbar sei.
In den auf 40 Millionen Euro veranschlagten Kosten sind laut Landratsamt
auch die Salzachrenaturierung
wie die Belange des Naturschutzes berücksichtigt.
So müsse zum Beispiel die von bayerischer Seite
zur Brücke führende Strecke bis zu einer Höhe von zehn Metern
aufgeständert
und eine Überflughilfe geschaffen werden,
um Vögel und Fledermäuse nicht zu beeinträchtigen.
Oberösterreichs stellvertretender Landeshauptmann Franz Hiesl
und Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl sind sich laut Pressemitteilung
einig,
dass vor der Einreichung der Pläne zur Planfeststellung in weiteren Gesprächen
wirtschaftlichere Lösungen gesucht werden müssen.
Dennoch bekräftigen sie in der Presseerklärung,
dass die neue Brücke für eine gute wirtschaftliche Entwicklung der
gemeinsamen Region
auf beiden Seiten der Salzach unverzichtbar sei.
Die Salzachbrücke soll die bestehende in Tittmoning entlasten,
die den heutigen Verkehrsbedürfnissen kaum noch gewachsen sei.
Einig in Sachen Salzachbrücke 17.06.2010...!!!
Landeshauptmann-Stellvertreter
Hiesl und Landrat Hermann Steinmaßl
unterstreichen die Notwendigkeit der Salzachbrücke im Rupertiwinkel.
„Wir" brauchen diese Verbindung.
Sie ist eine einmalige Chance, und
wir sind voll motiviert, sie umzusetzen.“
Das erklärte Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Franz
Hiesl
in Ostermiething während einer Besprechung mit Landrat Hermann Steinmaßl
zur geplanten Salzachbrücke zwischen Fridolfing und Tittmoning.
Der für Verkehrsplanung und Straßenbau zuständige Politiker
war mit engen Mitarbeitern aus Linz angereist
und hatte sich an Ort und Stelle über den gegenwärtigen Stand des
grenzüberschreitenden Projekts informiert.
Landrat
Hermann Steinmaßl erläuterte, dass auf bayerischer Seite gerade
Pfahlprobebelastungen durchgeführt würden,
um die Tragfähigkeit des Untergrunds zu prüfen.
Umfangreiche naturschutzfachliche Untersuchungen stünden kurz vor dem
Abschluss.
Ein Verkehrsgutachten habe gezeigt,
dass die Brücke in erster Linie dem regionalen Verkehr beiderseits der
Salzach
und dem nachhaltigen Zusammenwachsen der Region diene.
Derzeit (August-September ca.) werde das Planfeststellungsverfahren vorbereitet.
Voraussichtlich im November werden die Unterlagen dem Kreistag vorgestellt.
Baubeginn soll Mitte 2012 sein.
Landeshauptmann
Franz Hiesl betonte,
dass das Land Oberösterreich die Chancen des vereinten Europa nutzen
will,
um den gemeinsamen Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum entscheidend zu stärken.
Er sagte dem Landrat jede mögliche Unterstützung zu, um den Zeitplan
einzuhalten.
Waging.
Bei der Sendung am 21. Juli 2010 des Bayerischen Fernsehens
„Jetzt red I – Europa“
Kam auch das Thema Salzachbrücke bei Fridolfing zur
Sprache.
Die Salzachbrücke ist wohl das umstrittenste Straßenbauprojekt
in der Region.
Landrat Steinmaßl, der selbst am Standort in Fridolfing wohnt,
wünscht sich diese Brücke als regionale Brücke zwischen jeweils
zwei kleinen Orten
auf der bayerischen und auf der oberösterreichischen Seite
in einem relativ dünn besiedelten Gebiet beiderseits der Salzach.
Allerdings besteht in Tittmoning bereits eine Brücke, nicht jedoch 8
km flussaufwärts in Fridolfing.
Weiter führte der Landrat an,
dass der Rupertiwinkel auf bayerischer Seite vor 200 Jahren vom Erzbistum
Salzburg abgetrennt wurde
und dass durch diese Brücke das Wiederzusammenwachsen der Region ermöglicht
werden solle.
Georg Huber kritisierte die 35 Mill. Euro für die Brücke
Georg Huber (ÖDP) , Kreisrat und Gemeinderat von Waging
monierte zwei Punkte:
erstens die enormen Kosten von inzwischen 35 Millionen Euro nur für eine
regionale Brücke und zweitens,
dass sie durch ein äußerst sensibles FFH-Gebiet an der Salzach
führt,
für das eine Ausnahmegenehmigung sehr fraglich erscheine.
Für den Moderator Tilmann Schöberl stellte sich die Frage, ob man
tatsächlich diese aufwändige Brücke,
die dann auch für den Schwerverkehr gedacht ist, wirklich brauche.
Europaabgeordnete Angelika Niebler (CSU) bekräftigte,
dass grundsätzlich in einem FFH-Gebiet nicht gebaut werden könne
und es eines sehr gründlichen Abwägens bedarf
und dass nur unter großen kostenaufwändigen Auflagen gebaut werden
dürfe
und verwies wohl auf die A 44 in Hessen. (Anmerkung der Redaktion:
Diese Autobahn wurde zur teuersten Autobahn in ganz Europa wegen der gewaltigen
Naturschutzauflagen:
22 Mill. € / Kilometer!)
Maria Noichl, Landtagsabgeordnete, widersprach dem Landrat
unter großem Beifall der Zuschauer
Maria Noichl, Landtagsabgeordnete (SPD) erhielt die größte Zustimmung
durch anhaltenden Applaus,
die dem Landrat nicht Recht gab in seiner Einschätzung, dass die Brücke
nur von regionaler Bedeutung sei.
„Das wird eine Brücke, die
in hohem Maße Verkehr anzieht.“
Sie wird den Verkehr nicht nur durch das sensible FFH-Gebiet
führen,
sondern auch in das wichtige touristische Gebiet.
„Diese Brücke wird eine
Schleuse aufmachen als Abstecher rund um Salzburg herum
ohne Bemautung für den Schwerverkehr.“
Noichl zeigte kein Verständnis für die Lokalpolitiker,
die so etwas wollen.
Diskussion um Salzachbrücken
Zur Diskussion um zwei neue Salzachbrücken in der Südostbayerischen
Rundschau
„Dritter EuRegio-Gipfel in Salzburg“
vom 6. März 2010 und dem Leserbrief von Frau Ilse Englmaier „Das
ist schlichtweg falsch“ vom 13. März 2010:
Es
muss unterschieden werden zwischen der Variantenprüfung der Salzachbrücke
südlich von Laufen
und dem Landkreisprojekt zwischen Kelchham und Polsing, kurz Fridolfinger
Brücke.
Die Brücke südlich von Laufen soll zukünftig das deutsche mit
dem österreichischen Bundesfernstraßennetz
in Anbindung an die neue Laufener Ortsumfahrung (B20 neu) verbinden
und das Nadelöhr zwischen Freilassing und Salzburg entlasten.
Für
die Fridolfinger Brücke ist das Raumordnungsverfahren mit Schreiben
der Regierung von Oberbayern vom 21.06.2004 positiv abgeschlossen.
Das Planfeststellungsverfahren hierfür wird wahrscheinlich Ende diesen
Jahres 2010 eingereicht.
Nichts anderes hat Sepp Konhäuser als Landkreisvertreter beim EuRegio-Gipfel
in Salzburg gesagt.
Im
Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung wurde grundsätzlich
insbesondere seitens der Unteren Naturschutzbehörde
wie auch vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz festgestellt,
daß bei der Variante 2.1 durch den Brückenbau mittels Aufständerung
des Bauwerks im Vorlandbereich wegen Hochwasser
und Naturschutz der Salzach keine erheblichen Beeinträchtigungen im Sinne
der FFH-Richtlinie erfolgt.
Diese
Beurteilungen erfolgten, obwohl der Bund Naturschutz und der Landesbund für
Vogelschutz
anderslautende Stellungnahmen abgegeben hatten.
Was
nun „schlichtweg falsch“ ist, wird sich im Planfeststellungsverfahren
zeigen.
Im
Gegensatz zur oft wiederholten Meinung von Frau Ilse Englmaier und anderen,
ein Brückenbau bei Fridolfing sei aus Gründen des nationalen und
europäischen Naturschutzes schlicht unmöglich,
steht meine etwas differenziertere Aussage, dass im Planfeststellungsverfahren
oder ggf.
vor Gericht entschieden wird, ob an dieser Stelle das FFH-Gebiet überbaut
werden darf oder nicht.
Diese
Entscheidung wird von allen akzeptiert werden müssen.
Bis
dahin ist der Landkreis Traunstein Träger des Brückenprojekts bei
Fridolfing,
hat dies im Verkehrsentwicklungsplan des Landkreises festgeschrieben,
im Landesentwicklungsprogramm verankert und treibt nun mit den österreichischen
Partnern
dieses EuRegio-Schlüsselprojekt voran. Darüber hinaus ist die Finanzierung
durch staatliche Förderung
beiderseits der Salzach gesichert und im Vermögenshaushalt des Landkreises
fixiert.
All
diese Entscheidungen haben sozialdemokratische Mandatsträger maßgeblich
mit getragen.
Die SPD-Ortsvereine in Fridolfing und Tittmoning, Landrat Sepp Konhäuser
und Fridolfings 1. Bürgermeister Johann Schild
haben sich ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt – öffentlich
und für jeden Interessierten zugänglich.
Uns wenig Kenntnis vorzuwerfen zeigt,
dass Frau Englmaier kaum an den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger
außerhalb des Fachbereichs Natur- und Umweltschutz interessiert ist.
Ich
rate dem Bund Naturschutz, Ortsgruppe Tittmoning / Fridolfing
sich auch einmal Gedanken über die unerträgliche Verkehrssituation
in den Altstädten Tittmonings und Laufens zu machen
oder über die nachhaltige Entwicklung von Arbeiten, Wohnen und Leben
im ländlichen Raum.
Wer nicht Gefahr laufen möchte, seine Jugendlichen und junge Familien,
seine gemeindliche Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen, Geschäfte
des Grundbedarfs,
die medizinische Versorgung, usw. – wie teilweise in Tittmoning schon
geschehen – zu verlieren,
der kann sein Handeln nicht ausschließlich am Umweltschutz ausrichten.
Die
wirtschaftliche Entwicklung einer Kommune im ländlichen Raum hängt
sehr stark von der Verkehrsanbindung ab.
Wir dürfen es uns nicht länger leisten,
auf das Zusammenspiel mit unseren europäischen Nachbar jenseits der Salzach
zu verzichten.
Dafür die besten Konzepte zu finden,
ist eine große Aufgabe, der wir Mandatsträger uns verantwortungsvoll
stellen.
Konstruktive Mitarbeit des Bund Naturschutz wäre hilfreicher als Frau
Englmaiers verbalen Rundumschläge.
Diese
werden dem Bund Naturschutz, einem überparteilichen Fachverband,
den ich im Übrigen als langjähriges Mitglied
und als ehemaliges Kreisvorstandsmitglied unter dem damaligen Kreisvorsitzenden
Fritz Lindenberg,
sehr schätze und unterstütze, nicht gut tun.
Frau
Englmaier sollte anstatt zu verunglimpfen („wenig Kenntnis“, „die
Öffentlichkeit in die Irre führen“,
„schlichtweg falsch“) bei unterschiedlichen Meinungen zu politischen
Entscheidungen
auf Argumentation und Meinungsaustausch setzen.
Denn
zu anderen Themen war dem Bund Naturschutz an meiner Unterstützung (Baumschutz
in Tittmoning,
Waldumbau im Bergwald, Rettung der Kendlmühlfilze, kleiner A-8-Ausbau,
Salzachsanierung, Das bessere Müllkonzept, Energiewende, Atomausstieg
und so fort) sehr gelegen.
Tittmoning, den 16. März 2010
Südostbayrische Rundschau: Geschenk des Himmels
12.12.2009
Seit kurzem
kann sich jeder überzeugen,
wie ein weiteres Mosaiksteinchen vom Lieblingsprojeckt
des Lamdrats langsam Form annimmt.
Wenn man von Waging kommend in Richtung Fridolfing abbiegt,
wird kein Meter mehr in einem schlechteren "Ausbau zustand"
im Vergleich zur Strecke über Wiesmühl sein,
wie uns das von Seiten des Landrats in Auftrag gegebenen Verkehrs gutachten
zu Vermitteln versucht.
Die Straße gleicht einer Bundestraße in modernster
Ausbaustufe,
auf der sich zwei 40 Tonner,
vielleicht bald 60 Tonner wie im europäischen Ausland (zb. Holland)
problemlos passieren könnten.
Von Seiten der Befürworter wird den Skeptikern
immer ein fortschritt feindliches Denken unterstellt.
Nur wo es endet, wenn Ökonomie über Ökologie siegt,
kann sich jeder zum Beispiel
in den meisten österreichischen Ski gebieten
während des Sommermonate anschauen.
Eine unberührte
(und schöne) Natur sieht definitiv anders aus.
Und wenn die neue,
länder übergreifende Magistrale von Riedersbach in Richtung Altenmarkt
fertig ist und die Gegend im Verkehr versinkt,
ist es zu spät - dann ist die Büchse der Pandora bereits offen
und auf gut bayrisch "der dreck im Schachterl".
Schließlich möchte ich mit einem Zitat,
das auf einem CSU Wahlplakat direkt neben dem Konterfei
unseres aktuellen (2009) Bundesverkehrsministers Ramsauer stand:
"Die Landschaft ist ein Geschenk des Himmels - der Rest ist harte Arbeit"
...soweit so gut:
nur sollte man auf Geschenke mehr Wert legen.
Florian Öttl
Tittmoninger Straße 35
Fridolfing 12.12.2009
Tittmoning: "Wer Straßen sät, wird
Verkehr ernten!" 06.05.2009
Tittmoning
(gpr). Die erste Informationsveranstaltung der im März gegründeten
Bürgerinitiative "Vernunft statt Salzachbrücke e.V." fand
im Tittmoninger
Braugasthof viel Interesse.
Unter dem Motto "Keine Brücke - Mut zur
Lücke!"
brachte ein Team rund um 1. Vorsitzenden Sepp Frech ausführlich
verschiedenste Argumente gegen das geplante Bauvorhaben bei Fridolfing vor
und warnte vor Naturzerstörung und massiver Mehrbelastung durch
Schwerlastverkehr in der Region. Vor beachtenswert gut gefülltem Saal
gab es
außerdem Musik, Kabarett und beeindruckende Dia-Aufnahmen.
Die Gegenseite fand in der Diskussion gleichfalls Gehör.
"Wer Straßen sät, wird
Verkehr ernten und Heimat verlieren" - schon beim Eintreten
in den Stadtsaal wurde man von Plakaten mit starken Sprüchen dieser Art
geradezu
erschlagen. Wer im bis auf den Balkon hinauf gut besetzten Saal aber Agitation
in
diesem plakativen Stil erwartet hatte, war im Irrtum. Die Veranstalter setzten
vielmehr
auf detaillierte Information unter verschiedenen Aspekten mit eindrucksvoller
Präsentation und umrahmten das Ganze mit stimmungsvoller Musik - eingangs
auf
der Zither zu Bildern von Flora und Fauna aus den Salzachauen: Melissa und
Alexander Papadopoulos, in den Pausen an Akkordeon und Tuba: Hans
Baumgartner und Alois Babinger - und sogar mit Humor.
In einem kurzen Sketch legte die unschlagbare Petra Sinzinger
zu Beginn einem
nächtlichen Jogger (Alfred Kunz) dar, warum sie des Nachts die Tittmoninger
Brücke
bewache: So wie der Abriss der Freisinger Isarbrücke 1158 durch Umleitung
des
Verkehrsflusses dazu geführt habe, dass das einstmals blühende Städtchen
nun zu
einem Vorort Münchens degradiert sei, müsse man auch in Tittmoning
mit einer
entsprechenden "Demütigung" rechnen, wenn Fridolfing uns "nach
dem
Krankenhaus, dem Edeka und demnächst der Hauptschule" bald auch
noch die
Brücke "wegnehme". Für den Erhalt der eigenen Brücke,
so der Schluss, helfe wohl
nur noch, das Tittmoninger Bauwerk in "Franz-Josef-Strauß-Brücke"
umzubenennen
und damit einem in Bayern unantastbaren Schutzpatron zu unterstellen.
Dem solchermaßen
eingestimmten Publikum stellte Sepp Frech, Gemeinderat in Fridolfing
(Ökologische Liste), kurz die Entwicklung des Bauvorhabens zur Überbrückung
der
Salzach im "Tittmoninger Becken" zwischen Riedersbach und Fridolfing
- im Korridor
zwischen Kelchham und Polsing - von 1996 bis heute vor. Nach einer bereits
1998
veranlassten Machbarkeitsstudie mit Verkehrs- und Raumempfindlichkeitsanalyse
und positivem Abschluss des Raumordnungsverfahrens 2004 sei jetzt das
Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Erst im Anschluss daran, voraussichtlich
im
Herbst/Winter dieses Jahres, gebe es die rechtliche Möglichkeit, Einwände
vorzubringen. Um bis dahin Kräfte und Argumente zu bündeln, hätten
die Gegner
des Projekts im März den als gemeinnützig anerkannten Verein "Vernunft
gegen
Salzachbrücke e.V." gegründet, der bereits über 150 Mitglieder
zähle.
Als Vereinsziele nannte Frech vor allem den Schutz der wertvollen
Flussauen und
der bäuerlichen Kulturlandschaft im betroffenen Tittmoninger Becken,
aber auch das
Verhindern einer Zunahme des Transitverkehrs im Rupertiwinkel und den Widerstand
gegen die Verschwendung von Steuergeldern. Es sei bestürzend, dass bisher
bereits
eine Million Euro in die Planung investiert worden sei, obwohl die betroffenen
Landwirte seit Jahren erklärten, sie wollten ihren Grund nicht verkaufen,
und obwohl
das Projekt in diesem ökologisch besonders wertvollen sogenannten FFH-Gebiet
gegen EU-Recht verstoße.
Dass Landrat
Steinmaßl zugleich der Planer der Brücke sei, erwähnte Frech
als
"pikantes Detail": "Es sieht so aus, als ob hier jemand sein
Lieblingsprojekt
durchboxen will." Der Verein habe den Fall bereits an den Bund der Steuerzahler
gemeldet und werde notfalls auch gegen den Brückenbau klagen - "bis
zum
Europäischen Gerichtshof, wenn es sein muss!", so Frech.
Der Vereinsvorsitzende erläuterte außerdem, die
Infrastruktur für den
Schwerlastverkehr, welchen eine neue Brücke unweigerlich anziehen würde,
fehlte
auf beiden Seiten der Salzach. Die Mehrbelastung werde vielerorts zur Forderung
nach Umgehungsstraßen führen, für die wiederum der Steuerzahler
aufkommen
müsse. Die Folgekosten seien unklar, nicht einmal die Kosten für
den Brückenbau
selbst könne man ja derzeit absehen: Sie seien zwar auf 30 Millionen
Euro geschätzt,
wovon der Freistaat 12,5 Millionen Euro bezuschussen werde und der Landkreis
Traunstein als Bauträger 2,5 Millionen Euro tragen müsse. Aus Gründen
des
Naturschutzes sei jedoch eine Aufständerung der 14 Meter breiten Brücke
auf
mindestens 10 Meter notwendig, und das auf extrem schwierigem Grund, weshalb
seines Erachtens eine Erhöhung der geschätzten Gesamtkosten auf
40 bis 50
Millionen Euro wahrscheinli Aus verschiedenen Blickwinkeln und mit
unterschiedlichen Schwerpunkten legten anschließend drei Redner ihre
Einwände
gegen das Projekt Salzachbrücke dar.
Zunächst gab der ehemalige Lehrer Ulrich
Kühn aus Waging (früher Fridolfing) in eindrucksvollen Straßenkarten
einen
Überblick über die seinen Prognosen nach zu erwartende Verkehrsentwicklung
in der
Region Südostoberbayern. Dabei stellte er den geplanten Brückenbau
bei Fridolfing
in Zusammenhang mit Ortsumfahrungs-Projekten etwa bei Traunstein und
Altenmarkt. "Wir leben hier derzeit noch in einer verkehrsberuhigten
Zone", stellte er
fest, und dies sei auch ein wichtiger Trumpf des Rupertiwinkels als Urlaubsregion
und Naherholungsgebiet.
Doch Schritt für Schritt werde bereits seit längerem
zusätzlich zu den bestehenden
Nord-Süd-Achsen und den von Ost nach West führenden Autobahntrassen
A 8 und
A 92 an einer weiteren Querachse gearbeitet, die dann für "Mautflüchtlinge"
besonders interessant werde, so Kühn. Gerade mit Schwerlastern etwa im
Speditionsverkehr müsse man dann auf dieser "dritten Landebahn"
rechnen, die als
kürzeste Verbindung vom Navigationsgerät ohnehin automatisch angezeigt
werde.
Welche Folgen massiver zusätzlicher Schwerlastverkehr für Ortsdurchfahrten
wie
Fridolfing, Tettenhausen, Weilham oder Tengling habe, könne man sich
leicht
vorstellen. Daher müsse man seiner Ansicht nach die neue Brücke
unbedingt
verhindern, die eine wichtige Schaltstelle für Verkehrsströme aus
Österreich (Linz) in
Richtung A8 werden könnte. Verkehr gehöre über die bereits
vorhandenen Brücken
und Autobahnen gebündelt, anstatt ihn über die ganze Region zu verteilen.
Hans Glück,
seit 30 Jahren Biobauer in Tittmoning, bekundete seine Solidarität mit
den unmittelbar betroffenen Kelchhamer Bauern. Er nannte zahlreiche Gründe
dagegen, "dem Verkehr den roten Teppich auszurollen und Äcker und
Wiesen
zuzubetonieren" und stellte die Frage nach dem Wert landwirtschaftlichen
Grunds.
Aus Tittmoninger Sicht verlieh er außerdem der Befürchtung Ausdruck,
dass die
hiesige Brücke, "Lebensader" für die heimische Wirtschaft,
zur Gemeindeverbindungsstraße herabgestuft, allen aktuellen Versprechungen
zum
Trotz künftig nicht mehr saniert und Tittmoning letztendlich "abgenabelt"
werde.
Folgen seien weiterer Abzug von Gewerbe und Kaufkraft nach
Fridolfing. Eine
nennenswerte Verkehrsentlastung für den Tittmoninger Stadtplatz erwarte
er von
einer neuen Brücke bei Fridolfing hingegen keineswegs, da dieser ohnehin
nur bis
7,5 Tonnen freigegeben sei. Diese Begrenzung forderte Glück übrigens
auch ohne
Einschränkungen für die Tittmoninger Brücke und den Gerberberg,
die für den
Schwerlastverkehr ungeeignet seien.
Als letzte
Rednerin kam Diplom-Biologin Ilse Englmaier aus Tittmoning zu Wort, die
derzeit im Auftrag der Staatsregierung das FFH ("Flora-Fauna-Habitat")-Gebiet
in den
Salzachauen untersucht. Sie terte den Stellenwert dieser EU-weit im NATURA-
2000-Netz zusammengefassten hochbedeutsamen Naturschutzzonen. Innerhalb der
140 Kilometer Flussauen entlang der Salzach und des unteren Inns bis Passau
stelle
das Tittmoninger Becken den wertvollsten Abschnitt dar. Hier finde man noch
Reste
des hochgefährdeten naturnahen Auwalds und eine ganze Reihe hochgradig
bedrohter Tier- und Pflanzenarten wie Wiedehopf und Kammmolch oder das
Helm-Knabenkraut. Der kaum zerschnittene Biotopverbund sei zudem ein europaweit
bedeutender Wildtierkorridor, über den sich etwa verschiedene Luchspopulationen
durch Wanderung austauschten und mischten.
Die FFH-Richtlinie lasse Eingriffe in solche Bereiche ausdrücklich
nur unter ganz
klaren Bedingungen - etwa zum Hochwasserschutz bei Gefahr für menschliche
Gesundheit oder öffentliche Sicherheit - zu, die für die neue Brücke
nicht gegeben
seien. "Wenn die Brücke im Rahmen dieser Richtlinien genehmigt wird,
kann das
nicht mit rechten Dingen zugehen", schloss Englmaier und mahnte eindringlich,
verantwortlich zu handeln: "Kaputt gemacht ist schnell etwas.
Bei der
anschließenden lebhaften Diskussion,
die Dr. Jakob Wagner leitete, kamen mit dem
Tittmoninger Stadtrat und Verkehrsreferenten Karl-Heinz Sagmeister auch ein
Befürworter und mit dem CSU-Kreisrat und ehemaligen Fridolfinger Gemeinderat
Sebastian Röckenwagner sogar ein Initiator der Brücke zu Wort. Dabei
wurde vor
allem deutlich, dass sich bei Aussagen über das zu erwartende Ausmaß
und vor
allem den Verlauf der künftigen Verkehrsströme zwei "Glaubensrichtungen"
mit
unterschiedlichen Prognosen gegenüberstehen. Als Röckenwagner die
Aktivitäten
des Vereins als "Gschaftelei" abtun wollte, wurde es unruhig im
Saal.
Die überwiegende Mehrzahl der Redebeiträge
nämlich unterstrich die Position der
Veranstalter.
So griff etwa Kreisrat Sepp Kolbig (Bündnis 90/Die Grünen)
das vorher bereits
gestreifte Thema eines geplanten Güterterminals bei Teisendorf auf und
warnte, man
sei auf dem besten Wege zu einer "Verkehrsregion". Redner aus Tettenhausen
und
auch von österreichischer Seite belegten, dass sich auch dort Unmut regt.
Um kurz
vor halb elf beschloss ein sichtlich zufriedener Sepp Frech die Veranstaltung,
die
weder ein versehentlich ausgelöster Feueralarm im Braugasthof am früheren
noch
die penetranten Zwischenrufe eines offensichtlich nicht mehr nüchternen
Gastes im
Publikum am späteren Abend ernsthaft hatte stören können, mit
der Aufforderung,
den Verein durch Spenden und den (kostenlosen) Beitritt zu unterstützen.
Fridolfing/Tittmoning 06.03.2009 (rgz).
"Vernunft statt Salzachbrücke"
Der Verein wurde am Donnerstagabend in Schifferleiten
aus der Taufe gehoben. 1. Vorsitzender ist der Fridolfinger Gemeinderat Josef
Frech,
ein Mann der ersten Stunde,
wenn es um den Kampf gegen eine Brücke in seiner Gemeinde geht.
Fridolfing und Tittmoning reichen sich im Verein die Hand:
Sophia Erler vertritt im Vorstand die
Interessen der Geschäftsleute am Tittmoninger Stadtplatz.
Weitere Mitglieder im Vorstand sind
vom
Brückenbau betroffene Landwirte und Naturschützer.
Die Veranstalter waren überrascht:
Der Gastraum in Schifferleiten konnte die Besucher kaum aufnehmen.
Die kamen aus einem Umkreis von gut 30 Kilometern,
einige aus Oberösterreich, und hatten vielschichtige Motive dafür,
einen Verein der Brückengegner aus der Taufe zu heben.
Deutlich wurde,
dass die Vereinsgründer den von der Kreispolitik
beschleunigten Strukturwandel in der Region entschieden ablehnen.
Für sie ist die geplante Brücke sichtbarer Ausdruck einer Entwicklung,
die sie nicht wollen.
Als Verlierer fühlen sich Naturschützer, die davor warnen,
ein FFH-Gebiet mit einer aufgeständerten Straße zu durchchneiden,
Landwirte, die in der Salzachau wertvolle Flächen verlieren würden,
Kaufleute am Tittmoninger Stadtplatz,
die um ihre Kundschaft fürchten, und Anlieger aus verschiedenen Orten,
die mit einer Zunahme des Schwerverkehrs rechnen.
Fridolfing und Tettenhausen,
so das Schreckensszenario, könnten bald zu Nadelöhren werden.
Die Betroffenheit reicht bis in die
Gegend von Palling, Altenmarkt und Trostberg.
Arnulf Erler aus St. Georgen machte darauf aufmerksam,
dass die Brücke nach seinem Dafürhalten Teil einer geplanten neuen
Verkehrsachse sei:
Der Schwerlastverkehr aus Oberösterreich
werde über Fridolfing nach Palling und Stein an der Traun auf die
Bundesstraße 304 gelenkt.
Bedrohlicher Unterton
Das von Politikern gern bemühte Bild vom "Brückenbauen"
und "Zusammenwachsen"
erhält unter diesen Vorzeichen einen bedrohlichen Unterton.
Dass die Kreispolitik den Verein ernst nehmen sollte,
diesen Eindruck konnte man als neutraler Beobachter
in der Gründungsversammlung durchaus gewinnen.
Zum einen aufgrund der enormen Entschlossenheit der Gründungsmitglieder,
zum anderen,
weil sich in ihren Reihen große Fachkompetenz in Fragen des Naturschutzes,
der Landwirtschaft und der Strukturpolitik befindet.
46 von etwa 70 Anwesenden trugen sich
als Gründungsmitglieder ein.
Der Verein strebt eine
baldige Anerkennung beim Finanzamt als gemeinnützig
und eine umgehende Eintragung beim Registergericht an.
Ein Vereinsbeitrag wird nicht erhoben, Vorsitzender Josef
Frech strahlte trotzdem
übers ganze Gesicht:
Ein Spendenkörbchen wurde rasch mit über 500 Euro gefüllt.
Der Waginger Gemeinde und Kreisrat
Georg Huber führte zügig und sicher durch die Veranstaltung,
deren vorrangige Aufgaben die Verabschiedung einer Satzung und die Wahl eines
vierköpfigen
Vorstandes war, der durch fünf Beisitzer ergänzt wird.
Erster Vorsitzender ist Josef Frech, sein
Stellvertreter ist der Fridolfinger Landwirt Stefan Kraller,
dessen Flächen durch den Bau einer Straße
durchschnitten würden.
Zum Kassier wurde Stefan Obermayer, zur Schriftführerin
Regina Armstorfer aus
Fridolfing gewählt.
Sämtliche Vorstände erhielten ein einhelliges Votum.
Beisitzerin ist Sophia Erler,
sie will die Interessen der Geschäftsleute
des Tittmoninger Stadtplatzes im Vorstand vertreten.
Weitere Beisitzer sind der Waginger Gemeinderat Hannes Obermayer aus Tettenhausen,
der Landwirt Josef Schild aus Fridolfing,
der frühere Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Dr. Jakob Wagner und seine
Nachfolgerin Ilse Engelmaier.
"Situation unerträglich"
Teilnehmer aus Tittmoning beklagten, die Situation "ist unerträglich
für uns:
Jetzt sollen wir auch noch unsere Brücke verlieren!
Die Österreicher planen schon gar nicht mehr mit der Ettenauer Straße.
Kreisrat Georg Huber stellte die Argumentation
von Hermann Steinmaßl in Frage:
Wenn die Brücke, wie vom Landrat beteuert, nur dem grenznahen Verkehr
diene,
dann seien 30 Millionen Euro viel zu viel Geld.
Wenn sie jedoch auch für den überregionalen Verkehr gedacht sei,
dann würden hohe Folgekosten fällig,
so dass 30 Millionen Euro bei weitem nicht reichten.
Dass die Brücke Schwerverkehr anziehen werde,
lag für einen anderen Redner auf der Hand:
Schließlich gebe es zwischen Burghausen und Freilassing
keine andere Brücke für den Schwerlastverkehr.
Deshalb sei auch abzusehen,
dass nach und nach die Zubringerstraßen ausgebaut werden.
Einige äußerten sich auch
skeptisch,
ob die genannten 30 Millionen Euro reichen:
Politiker würden stets niedrigere Zahlen
nennen, wenn sie ein strittiges Projekt durchboxen wollten.
"Als ob nix wäre"
Drastisch formulierte Ex-MdB Hias Kreuzeder sein Unbehagen:
"Die Klimakatastrophe wird schlimmer
als der Erste und der Zweite Wekltkrieg zusammen.
Und wir wirtschaften weiter, als ob nix wäre!"
Politiker würden neue Gewerbegebiete und neue Arbeitsplätze versprechen.
Man sollte den Menschen
endlich einmal klar machen,
dass zuerst immer in der Landwirtschaft dutzende wichtige Arbeitsplätze
verloren gingen, die von den nachfolgenden Generationen noch dringend benötigt
würden.
Arnulf Erler aus St. Georgen meint,
die geplante Brücke sei Teil einer geplanten neuen Verkehrsachse,
die bereits im Regionalplan eingezeichnet sei.
Sie solle Oberösterreich mit Bayern verbinden. Im selben Zug werde die
Bundesstraße 304 ausgebaut.
"Brücken werden nicht einfach ohne Anschluss in die Landschaft gebaut."
Für das Brückenprojekt läuft die Planfeststellung
an.
Gestern fand dazu in der Oberen
Naturschützbehörde in München ein Fachgespräch statt,
woran dem Vernehmen nach auch Landrat
Hermann Steinmaßl teilnehmen wollte.
Planer,
Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes und Gutachter
erörterten dabei die naturschutz rechtliche Situation.
Da die neue Straße auf deutscher
Seite ein FFHGebiet
durchqueren würde, müssen die Vorhabensträger entweder beweisen,
dass der Eingriff in die
Natur unerheblich ist, oder einen Antrag auf Befreiung stellen.
Leserbrief zur Gründung des Vereins "Vernunft statt Salzachbrücke"
Der
Gewerbeverband Tittmoning möchte im Gegensatz dazu nicht einfach Aktionismus
betreiben,
sondern die Dinge ganz sachlich betrachten und
abwägen.
So wie dieser Verein die Dinge darstellt,
hat das nichts mit Vernunft zu tun.
Die
bestehende Brücke in Tittmoning ist für das heutige Verkehrsaufkommen
nicht mehr geeignet.
Auch die Anbindung durch den Stadtberg und Gerberberg
ist für den Schwerlastverkehr nicht mehr zeitgemäß.
Zieht
man am geplanten Standort einen Radius von 12 km,
so ergibt sich einWirtschaftsraum mit über 70.000 Einwohnern.
Alle
anliegenden Gemeinden in Oberösterreich/Salzburg
und die betroffenen Gemeinden in Bayern haben sich für den Bau ausgesprochen.
Innerhalb
der Euregio Salzburg-BGL-TS ist der 'Raum im nördlichen Rupertiwinkel
als wirtschaftliches Entwicklungsgebiet eingestuft.
Um sich aber entwickeln zu können, ist eine weitere Brücke notwendig!
Die
"Salza" hat es uns gezeigt - unsere gemeinsame Geschichte,
Kultur und Brauchtum im Rupertiwinkel gelte es zu nutzen.
Endlich
hätten wir im Salzachtal ein "Hinterland",
das ein regionales Wirtschaften nicht nur einseitig ermöglicht.
Auf
die Umweltverträglichkeit angesprochen,
sollte man die Karten genauanschauen:
Der Grüngürtel auf der deutschen Seite ist gegenüber dem Kraftwerk
nur 150 m breit.
Auf der österreichischen Seite geht die Bebauung durch das Kraftwerksgelände
ohnehin bis ans Ufer.
Natürlich wäre es für Tittmoning "optisch" schöner,
wenn der Standort der neuen Brücke weiter Richtung Norden angesiedelt wäre,
aber machen denn 2 km auf der Landkarte wirklich einen wirtschaftlichen Unterschied?
Man
kann bei allen Objekten "Schwarzmalerei" betreiben,
aber zu behaupten,
hier soll eine neue überregionale Verkehrsachse entstehen,
entbehrt jeglicher Grundlage.
Es ist unerträglich, wenn man dann lesen muss,
dass die Mitgliederder neuen Interessengemeinschaft wider besseren Wissens behaupten,
dass dieTittmoninger Brücke abgerissen werden soll.
Natürlich kann ich die Ängste der am Stadtplatz befindlichen
Geschäfteverstehen.
Es geht doch aber nicht darum,
Wirtschaftskraft vom Stadtplatzabzuziehen.
Es geht darum, die stetig steigende Verkehrsbelastung zu bewältigen.
Und da ist der Standort am Gerberberg nicht ausbaufähig.
Alle
beteiligten Bürgermeister,
das Land Oberösterreich und der Landrat Steinmassl sind für den Erhalt
der Tittmoninger Brücke.
Keiner der Verantwortlichen möchte die Brücke abreißen.
Was sich aber ändern wird, ist die Trägerschaft,
und die wird wahrscheinlich den Gemeinden im Salzachtal
übertragen.
Ostermiething hat bereits ein Budget eingerichtet,
um die bestehende Brücke weiterhin zu erahlten.
Meines Erachtens könnte man die Ängste den Tittmoninger nehmen,
wenn der Traunsteiner Kreistag ebenfalls einen Teil der Trägerschaft übernehmen
würde.
Der
Gewerbeverband hat sich immer für den Erhalt der Tittmoning Brücke
eingesetzt
und wir werden auch in Zukunft aufpassen, dass dies so bleibt!
Wir sind für zwei Brücken über die Salzach:
Die Tittmoninger Brücke für die Fußgänger, Radfahrer und
Pkw.
Die
Lkw's und der "Gewerbeverkehr" gehören auf die neue Brücke!
Erik
Stettmer Im Namen der Vorstandschaft des BDS
14.03.2009 SOB Rundschau.
Ein
Stück Heimat bewahren...!!!
Leserbrief zur "Jetzt red i" Aufzeichnung in Tittmoning
Die Aufzeichnungsveranstaltung für
"Jetzt red i" war mal wieder sehr aufschlussreich,
was den Stellenwert von uns Bauern angeht.
Egal ob es um die Brücke in Pietling oder um die B 20 geht,
hat sich von politischer Seite der Eindruck bestätigt:
Die Bauern werden nur nich gebraucht,
um ihren landwirtschaftlichen Grund für irgendwelche Projekte herzugeben,
ansonsten interessiert sich die Politik kaum mehr für die Bauern.
Wenn dann noch der Altbürgermeister aus Ostermiething aufsteht
und bei seinem glühenden Bekenntnis zur neuen Brücke
an die Entscheidungsträger appeliert,
die Bauern großzügig für ihren Grund und Boden zu entschädigen,
muss ich feststellen,
der gute Mann hat das wirkliche Anliegen nicht verstanden.
Es geht
uns Bauern nicht um ein paar Euro mehr oder weniger pro Quadratmeter,
es geht schlicht und ergreifend um unsere Heimat,
um den Erhalt unserer Felder und Wiesen,
die wir von unseren Vorfahren übernommen haben,
um auf ihnen zu wirtschaften uns sie dann an unsereTöchter und Söhne
weiterzugeben.
Wir müssen endlich aufhören unsere Landschaft, unsere Heimat zu asphaltieren,
wir haben bereits eines der dichtbesiedelsten Verkehrsnetze in Europa,
allein in Bayern werden täglich 20 Hektar landwirtschftliche Fläche
versiegelt.
Was wir brauchen, sind nachhaltige, intelligente Konzepte,
die unseren Kindern und Enkelkindern die Lebensgrundlagen erhalten.
Setzen wir wieder auf regionale Produkte,
die nicht durch ganz Europa gekarrt werden,
verlagern wir endlich den Güterverkehr auf die Schiene.
Was
wir nicht brauchen, ist eine neue Brücke,
die den Transit- und Schienenverkehr für die ganze Region zusätzlich
erhöht.
Der Wirtschaftsraum Rupertiwinkel steht auch so gut da.
Vandana Shiva, die Indische Umweltaktivistin und alternative Nobelpreisträgerin
hat es letzten Montag in Rosenheim auf den Punkt gebracht mit ihrem Aufruf:
Hören wir endlich auf, Krieg gegen die Natur zu führen.
Erhalten wir uns unsere natürlichen Lebensgrundlagen,
wir werden sie noch dringend brauchen.
Hans Glück Grassach Tittmoning Samstag 21. Februar 2009
"Einmalige
Landschaft würde verloren gehen...!!!"
Leserbrief zur "Jetzt red i" Aufzeichnung in Tittmoning
Als betroffener Anlieger sage ich:
Wir haben in unserem Bereich ein vozüglich ausgebautes Straßennetz
mit keinerlei Überlastung.
Es gibt null Probleme,
was wollen wir denn mehr...???
Neue Nahverkehrsverbindungen brauchen wir somit nicht.
Außerdem haben wir in unserer Region gute wirtschaftliche
Verhältnisse,
womit wir zur Spitze im Landkreis gehören.
Mit einer neuen Brücke wäre es bestimmt nicht besser.
Auch das zusammenwachsen von drüben und herüben war noch nie leichter
als heute.
Es gibt keine Grenzen mher und fast jeder ist motorisiert.
Die Übergänge in Tittmoning und Laufen liegen doch in nächster
Nähe,
eine zusätzliche Verbindung würde kaum estwas verändern.
Natürlich
würde der Schwerlast und Fernverkehr angezogen und nach Ausbau von weiteren
Anbindungsstrassen zur Brücke hin in unvorhersehbare Größen
ausarten,
was ja wohl eine logische Folgerung ist.
Das kann dich nicht der Wunsch der hiesigen Bevölkerung
und schon gar nicht seiner Anlieger sein...!!!
Ein hauptsächlich regionaler Verkehr,
wie es uns vorgegauckelt wird, ist zumindest auf längere Sicht Augenauswischerei.
Dafür muss aber ein sehr hoher Preis gezahlt werden.
Eine einmalig intakte Landschaft mit guten Feldern und Wiesen,
die hervorragend landwirtschaftlich genutzt werden,
würden durch eine breite Straße durchschnitten und für immer
verloren gehen.
Zudem würde eine lange und hohe, die ganze Au überspannende Brücke,
die Landschaft in diesem Bereich total verschandeln.
Gerade diese Gegend wird von sehr vielen Einheimischen wegen ihrer ruhigen,
verkehrsarmen Lage gerne als Naherholungsgebiet zur Freizeitgestaltung jeglicher
Art genutzt.
Wir, aber vor allem die Behörden
und Verantwortlichen,
sollten unser Hirn lieber dafür strapazieren,
wie wir dem Unsinn entgegenwirken können,
dass immer noch und immer mehr bester Grund und unsere wertvolle Landschaft
zubetoniert und asphaltiert werden,
und dadurch Schäden, deren Folgen gar nicht einzuschätzen sind,
für immer verursacht werden.
Die Salzachbrücke
ist ein Luxusprojekt, das nicht nötig ist.
Josef Schild Kelchham 2 Fridolfing Samstag 21 Februar 2009
Bürgerinitiative
geht vehement gegen neue Salzachbrücke
ST.PANTALEON/FRIDOLFING.
Die jahrelang diskutierte Salzachbrücke
von Riedersbach nach Fridolfing stößt Anrainern
und Umweltschützern sauer auf:
Sie befürchten drastisch erhöhten Schwerverkehr
und wehren sich nun mit einer Bürgerinitiative.
Seit mehr als zehn Jahren plant der Landkreis Traunstein
mit dem Land Oberösterreich den „Brückenschlag“.
Der 30 Millionen Euro-Bau soll bis 2012 fertiggestellt sein und bis zu 40 Tonnen
tragen.
„Das Projekt ist eine Frechheit“,
sagt Josef Frech,
Gemeinderat der Ökologischen Liste im bayrischen Fridolfing.
Frech setzt sich seit Beginn der Planung gegen das Projekt zur Wehr.
Er organisiert nun die Brückengegner im Verein „Vernunft statt Salzachbrücke“,
der mittlerweile 60 deutsche wie österreichische Mitglieder zählt.
Sie alle halten den Brückenbau für eine ökologische Katastrophe.
„Der Abschnitt, in dem die Brücke errichtet werden soll,
ist Natura2000-Gebiet und von der EU geschützt“, erklärt Frech.
Eine Baugenehmigung halte er schon deswegen für untragbar.
„Außerdem wird sich der Schwerverkehr auf die Brücke verlagern.
Die Autofahrer sind nicht dumm.
So werden sie sich dann die Maut sparen“, klagt der Gemeinderat.
Leidtragende blieben die kleinen Ortschaften im Grenzgebiet,
deren Infrastruktur nicht für Schwerverkehr ausgelegt sei.
„Das macht Umbauten und Umfahrungen nötig. Das zieht vieles nach
sich.“
Die Bürgerinitiative lässt sich diese Vorgehensweise nicht gefallen.
„Wenn der Verein rechtlich anerkannt
ist,
werden wir eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen.
Was der Landkreis hier veranstaltet,
ist Steuergeldverschwendung“, sagt Frech kämpferisch.
Denn eine Sanierung der Brücke im rund sieben Kilometer entfernten Tittmoning
abzulehnen,
sei nicht nur unerklärlich, sondern auch das Todesurteil für die dortige
Wirtschaft.
Die Tittmoniger Geschäftsleute hat er sich schon ins Boot geholt.
Brückenbau positiv
Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser sieht im geplanten Brückenbau
allerdings eine positive Entwicklung für die Wirtschaft:
„Sie wird einen wesentlichen Beitrag zum Wiederzusammenwachsen
eines historisch einheitlichen Wirtschafts- und Kulturraums leisten.
Und das mit allen positiven Auswirkungen.
“ Den Einwand der Umweltbelastung lässt er nicht gelten.
Die Umwelt würde eher geschützt,
da „der bestehende Verkehr keine Umwege mehr nehmen muss und wesentlich
flüssiger verlaufen kann.
“ Das führe zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs und des CO2-Ausstoßes.
Die Brücke in Tittmoning solle damit
vom Schwerverkehr befreit werden,
für den Auto und Radfahrverkehr jedoch bestehen bleiben. (19 März
2009 Nachrichten.at)
Von Nina Eichlberger
St. Pantaleon – Anfang März wurde der Verein
„Vernunft statt Salzachbrücke“ gegründet,
um den Bau der Brücke im EU-geschützten Natura 2000-Gebiet zwischen
St.
Pantaleon/Riedersbach und Fridolfing zu verhindern.
„Ich finde es schade, dass wir von der Vereinsgründung
aus den Medien erfahren.
Wir haben erwartet, als Standortgemeinde ein Schreiben zu erhalten.
In einer Demokratie gibt
es aber so für alle Beteiligten klare Ansprechpartner,
um sachlich und zukunftsorientiert zu diskutieren“,
kommentiert St. Pantaleons Bürgermeister Herbert Huber,
für den die Errichtung unausweichlich ist. „Viele Berufspendler wollen
diese Brücke".
Wir sollen
bei
derartigen Projekten nicht auf morgen, sondern in Jahrzehnten denken“,
so Huber. Wenn notwendig,
müsste auch der Gemeinderat befasst werden. Der letzte – damals
einstimmige – Beschluss liegt neun Jahre zurück.
Kritiker ernst nehmen
„Aber das behalte ich mir aufgrund der Diskussionsentwicklung vor.
Man muss die Kritiker
dieses Projekts sehr ernst nehmen“, so Huber.
Gegenüber
der 2008 gestellten Bauzusage seitens Baulandesrat Franz Hiesl zeigt er sich
skeptisch: „Zusage ist Zusage.
Aber erst, wenn tatsächlich die Baumaschinen auffahren,
ist Baubeginn.
Der Straßenbau in unserer Gegend ist sowieso ein Horror.
Das ist nicht die erste Verschiebung,
die Brücke müsste bereits gebaut sein.
Aber 160 Kilometer Entfernung zum
Linzer Landhaus sind halt spürbar“,
kritisiert er die jahrelangen Diskussionen um den
versäumten Straßen- und Brückenbau im Innviertel.
„Brücken verbinden, wir leben
in der EU und im gleichen Wirtschaftsraum“,
so Huber über eine Brücke,
die laut einer Aussage von Landesrat Hiesl bis zu dessen Pension 2016 stehen
soll.
Leserbrief
Zum Artikel "Pro und Kontra Salzachbrücke"
vom 28.03.2009
Die
positive Meinung der beiden Bürgermeister von St. Pantaleon
und Tittmoning zum Brückenbau zwischen Friedolfing und Riedersbach ist
voll zu unterstützen.
Wenn man bedenkt,
dass es auf den fast 80 km zwischen Salzburg und Braunau
keine Brücke für den heutzutage leider immer mehr zunehmenden Schwerlastverkehr
mit den riesig langen Sattelzügen gibt, dann ist es dringend notwendig
Abhilfe zu schaffen.
Die drei Brücken dazwischen sind
für das heutige Verkehrsaufkommen völlig ungeeignet.
In Burghausen führt die Zufahrt mitten durch die Stadt
und den Umgehungsberg in die Altstadt,
in Tittmoning ist die Belastbarkeit beschränkt und die Brücke für
größere Fahrzeuge
nur einspurig befahrbar und in Laufen geht wegen dem Stadttor keine Zufahrt
und in Oberndorf ist auch reiner Innerortsbereich.
Außerdem behindert die wegen dem Durchflussquerschnitt
notwendige Aufständerung
auch keine Reptilien und sonstigen Tiere
oder Pflanzen an ihrer Verbreitung und Wanderung.
Der neue Verein gegen den Brückenbau ist also kein Verein der "Vernunft"
sondern eher der Unvernunft.
Alfons
Kettner Stegerwaldstr. 6 84489 Burghausen