Gefahren aus dem Stall

 

Antibiotika wirken nicht mehr!

Krankenhausärzte und Mediziner warnen
vor zunehmender Unwirksamkeit von Antibiotika.
Die Fälle resistenter Bakterien häuften sich
und würden zu einer Bedrohung für den Menschen.
Daran seien auch die vielen Antibiotika schuld,
die den Schweinen, Rindern und dem Geflügel massenweise verabreicht würden,
meinen besorgte Gesundheitsexperten.
Aus dem Stall drohten Gefahren für den Menschen,
die rasch eingedämmt oder zumindest besser kontrolliert werden müssten.

Medikamente verlieren Wirkung
Diese Gefahren für den Menschen seien bei bestimmten Resistenzträgern
nachgewiesen und unübersehbar,
betont Professor Wolfgang Witte vom Robert Koch-Institut.
"Die chemisch-therapeutischen Mittel für Patienten sind erheblich weniger geworden."

Zur Therapie gegen bakterielle Infektionserreger sind Antibiotika bei Schlachttieren erlaubt.
EU-weit dürfen Landwirte bestimmte Arzneimittel auch zur schnelleren Mast verfüttern.
Unkontrolliert werden neben den zugelassenen Mitteln jedoch auch andere Stoffe verabreicht.
Bundesweit wird derzeit gegen Tierärzte ermittelt,
die illegal Substanzen zum "Schweinedoping" an Landwirte abgegeben haben.

Antibiotikaverbot in der Masthilfe
Die neue Verbraucherministerin Renate Künast will dem nun einen Riegel vorschieben
und Antibiotika als legale Masthilfen gänzlich verbannen.

Nach Ansicht von Experten sind aber nicht die zugelassene Mittel das Problem,
sondern ein gigantischer schwarzer Markt für Tier-Arzneimittel.

Dabei würden nicht zugelassene "Rohstoffe" illegal über dunkle Kanäle
unter anderem aus Bulgarien, Rumänien und selbst aus China eingeführt.

Alternativen für Antibiotika zur Therapie gibt es derzeit nicht -
darüber sind sich die Wissenschaftler einig.
Doch je intensiver die Haltung sei, um so höher sei auch der Antibiotika-Einsatz.

Denn bei einem kranken Tier würden auch viele andere prophylaktisch mit behandelt.
Deshalb sei die angestoßene Debatte über die Neuausrichtung der Agrarwirtschaft
auch für diesen Bereich wichtig.