|
So
lebenswichtig das Element Wasser für uns Menschen ist,
so sorglos gehen wir damit um,
ein Teich ist eine Insel für Wasserbewohner
und ein ruhiger Pol in der Hektik des heutigen Alltags.
Ein
Gartenteich ist ein Freiraum, den man sich selbst gestaltet
und seine eigenen Vorstellungen dabei verwirklichen kann.
Mit
der Anlage eines Gartenteiches schaffen wir Lebensräume
für viele zum Teil bedrohter heimische Tier- und Pflanzenarten.
Goldfische sind natürlich nicht bedroht,
machen sich jedoch optisch recht schön...
aus ökologischer Sichtweise gehören sie eigentlich
nicht in einen Naturteich.
Ein
solcher Naturteich kann mit fertigen Bauteilen
oder auch aus Folie erstellt werden.
Der Teich sollte an einem möglichst sonnigen Platz liegen
und man sollte sich darauf einstellen das es dabei
ständig etwas zu tun und zu verbessern gibt.
Orientierungsmaßstab muß immer die Natur sein,
bzw. einen der Natur nachempfunden Lebensraum zu erzeugen.
Im
Randbereich verzichtet man besser auf Bäume
und Sträucher mit starkem Laubfall.
Zu
bedenken ist auch dass ein Teich ein Sicherheitsrisiko für Kinder
darstellt.
Spezielle
Gitter, eine Umzäunung oder Rundumbepflanzung mit Strauch-
oder Bodendeckerrosen können helfen Kinder vom Hineinfallen zu bewahren.
Allerdings wird dieser Teich an seiner Attraktivität einbüßen.
Eine
natürliche Bepflanzung und Gestaltung lässt sich erreichen,
wenn die Ufer flach auslaufen, die unschöne Folie
ist durch UV Licht gefährdet und sollte deshalb nicht sichtbar sein.
Kies
aus einem nahegelegenen Bachlauf beschleunigt die Entstehung von
Mikroorganismen, Bakterien und Kleinstlebewesen und
gibt dem neuen Teich eine wertvolle biologische Starthilfe,
der nötige Bestand an Kleinstlebewesen
für die wertvolle Biologie im Wasser entsteht nach einigen Wochen
selbständig durch organische Materialien
( Laub, Fischkot, Insekten, usw.)
die Biologie unterstützt die Abbauprozesse in dem Teich,
diese stehen dann den Planzen als neue Nährstoffe wieder zur Verfügung.
Ein
alter, dicker Ast, der halb ins Wasser ragt, ist nicht nur ein Hingucker,
sondern er dient auch als zusätzliche Ausstiegshilfe
für ins Wasser gefallene Tiere.
Um Pflanzen und Tiere frostgeschützt zu überwintern,
sollte der Teich an einer Stelle mindestens 60-80 cm tief sein.
Terrassen
mit unterschiedlichen Wasserständen wirken natürlich und
sorgen für eine abwechslungsreiche Planzengemeinschaft
mit ihren ganz besonderen Ansprüchen.
Bepflanzen
Sie den Uferbereich dicht mit Sträucher, Schilf, Rohrkolben,
Gräser und Stauden.
Lassen Sie aber an einer Stelle freie Sicht zum Beobachten der Tiere,
oder um einen Sitzplatz einzurichten.
Auf natürliche Weise lässt
sich das Wasser mit Pflanzen und Tieren klären.
Die
Pflanzen entziehen dem Wasser die Nährstoffe
und sorgen so für klares Wasser.
Positiver Nebeneffekt:
bei der Photosynthese produzieren die Pflanzen Sauerstoff,
den sie ins Wasser abgeben.
So ist in einem Teich mit genügend Wasserpflanzen
auch im Hochsommer immer ausreichend Sauerstoff vorhanden.
Eine natürliche Filteranlage
haben Sie in Ihrem Teich,
wenn Sie die Gewöhnliche Teichmuschel ansiedeln.
Diese Muscheln brauchen keinerlei Pflege,
müssen aber in Symbiose mit dem Bitterling leben,
um sich zu Vermehren.
Die
beiden werden im Frühjahr zusehends nervöser und beweglicher.
Zeit, über die Familienplanung nachzudenken.
Und hier kommt die Teichmuschel ins Spiel.
Herr und Frau Bitterling wissen nicht, warum das so ist.
Frau Teichmuschel weiss es ebenso wenig.
Aber egal.
Das Warum interessiert eh niemanden.
Das Wie ist viel interessanter.
Die gemeine Teichmuschel sieht
ein bisschen wie eine Miesmuschel aus,
ist aber viel grösser. So um die 15 bis 20 cm.
Ihre Aufgabe ist es, das Wasser zu filtern.
Da
ist sie unschlagbar, weil sie am Tag rund 1000 Liter durchschleusen kann.
Manchmal gefällt ihr der Liegeplatz nicht mehr,
dann öffnet sie sich und fährt ihren "Fuß" aus.
Das
Ding sieht aus, als wäre es kein Fuß,
sondern ein Fortpflanzungsorgan.
Aber trotz aller optischer Täuschung ist es nur ein Fuß,
mit dem sie sich dann recht "flott" über den Teichgrund
bewegen kann.
Indes
entdeckt Frau Bitterling ein gesteigertes Interesse an den Teichmuscheln,
was sie immer öfter veranlasst, sich in nächster Nähe aufzuhalten.
Sie führt das einfach auf ihren Zustand zurück, denn sie ist
in guter Hoffnung.
Die Legeröhre für die winzigen Fischeier hat sich auch schon
gebildet,
also kann es nicht mehr lange dauern.
Und wie sie sich die geöffnete Teichmuschel so beguckt,
kommt ihr die geniale Idee,
die winzigen Eier nicht einfach irgendwo abzulegen,
wo sie garantiert von Getiers aller Art aufgefressen werden,
sondern sie dem Schutz des Inneren der Muschel zu übergeben.
Über
diesen genialen Gedanken ist sie so glücklich,
dass sie über der Muschel einen wilden Freudentanz aufführt.
Neben
der Kreuzotter ist die Ringelnatter die wohl bekannteste Schlange in Deutschland
überhaupt.
Sie ist zugleich die häufigste Schlange in Deutschland,
aber leider auch schon selten worden. Sie ist harmlos und beisst nicht!
2006 sind in unserem Biotop 10 Stück ausgeschlüpft.
Im Mai 2007 konnte ich eine zirka 30 cm lange Ringelnatter
im Teich beobachten, ein bleibendes natur Erlebnis.
Ringelnattern
sind weitgehend tagaktiv und beginnen den Morgen
mit einem ausgiebigen Sonnenbad.
Sie können gut schwimmen und tauchen,
leben daher vorzugsweise in der Nähe von Gewässern aller Art.
Posthornschnecken
helfen dem Teich vor Algen zu schützen
und das Wasser zu klären.
Ebenfalls unterstützend bei der Klärung des Teichwassers wirkt
ein Bachlauf.
Durch
das Umpumpen wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert und gesäubert.
Besonders natürlich wirkt so ein Bachbett,
wenn die Folie komplett mit Kies belegt wird.
Trockene
Lebensräume!
Unter Trockenbiotopen verstehen
man kiesige Lebensräume,
die einen sehr geringen Nährstoffgehalt aufweisen.
In der Natur sind dies zum Beispiel Erdrutschhänge,
wo der kiesige Untergrund zum Vorschein kommt, vertrocknete Flussbette,
Randbereiche von Kiesgruben.
Für
viele verschiedene Kleinstlebewesen, Spinnen, Käfer
schönen Zauneidechsen und bunten Blumen
sind Teiche und Tümpel wichtige Lebensräume..!!!
|
|