Stören die Räuber das ökologische Gleichgewicht ?
 

Der Kormoran Vogel des Jahres 2010

Der Umgang mit sogenannten Problemvögel soll thematisiert werden,
für viele Angler und Teichwirte sehen diese Entscheidung

als Provokation wegen der verursachten Schäden
durch die Kormorane...!!!


 
Neben eigenen Maßnahmen setzt der Freistaat Bayern
auf ein internationales Kormoranmanagement.
In Bayern entwickeln sich Brutkolonien,
die 2009 ca. 600 Brutpaare umfassen.


Inzwischen hat die EU Kommission den Beschluss gefasst,
den Kormoran aus Anhang 1 der EG Vogelschutzrichtlinie zu streichen.
Damit bringt die EG zum Ausdruck,
dass der Kormoran nicht mehr als besonders schutzbedürftig angesehen wird.
  Damit ist auch die Grundlage für Bestandsregulierungen
in den nordeuropäischen Brutgebieten des Kormoran geschaffen.

 
Doch warum muss man immer  erst auf  wissenschaftliche Studien warten,
wenn es  für viele fachkundige Menschen offensichtlich ist,
welche Schäden (zum Teil auch nur wirtschaftliche)
in örtlichen Gewässern schon entstehen ,
bevor eine Studie in Auftrag gegeben wird.

 
Wenn die Fachleute von Fischereiverbänden ,
Bund Naturschutz oder Vogelschutzbund
endlich einmal ihr gemeinsames Ziel,
 die " Erhaltung unserer Natur "vernünftig und ohne Vereins-Interesse
verfolgen würden , dann  kann man auch auf regionaler
oder lokaler Ebene schneller und wirksamer etwas erreichen.

 
Es ist möglich, bestehende Gesetze
auf  lokaler Ebene schneller zu ändern, oder vorübergehend außer Kraft zu setzen.
 Für globale Handlungen kann man dann  auf hilfreiche wissenschaftliche Studien
warten, um dann sorgfältig zu diskutieren was nachhaltig zu tun ist.
 
Denn die nächste Diskussion hat schon begonnen,
ein neuer Fischfeind wurde entdeckt:
Der " Gänsesäger ", nach dem Eisvogel, Graureiher und den Kormoran
nun der Nächste im Bunde der Räuber.

    Eine Studie belegte 1995, dass der Kormoran der überregionalen Fischereiwirtschaft
    weniger Schadet als bis dahin angenommen.

     
    Im nördlichen Europa noch zu Anfang dieses Jahrhunderts fast völlig ausgerottet,
    hat sich der Kormoran geradezu explosionsartig vermehrt.
     
    Die geschützte Vogelart ist auf etwa 300000 Tiere in Nordeuropa angewachsen.
    Allein in Deutschland brüten rund 10000 Paare.

     
    Der blauschwarze, gansgroße Vogel ist ein hochspezialisierter Fischjäger:
    Er taucht bis in 30 Meter Tiefe, verspeist täglich etwa 500g Fisch,
    meist Massenfischarten , wie Rotauge, Rotfeder oder Brachsen,
    aber auch Aale von 60cm Länge kann er fressen. 
    Bei einer lokalen Konzentration von Kormoranen werden aus einzelnen Gewässern
    gewaltige Mengen Fisch verzehrt.
    Selbst entkommene Fische gehen oftmals an den ihnen mit den scharfen Schnäbel
    zugefügten Wunden zugrunde.

     
    Dennoch zeigen langfristige Studien, dass die Bestandszunahme der Kormorane
     mit einem geringeren Eintrag von Umweltgiften sowie einem höheren
    von Nährstoffen zusammenhängt.
    Beides führt zu überproportionaler Vermehrung der Massenfischarten,
    wovon wiederum die Kormorane profitieren.

     
    Daher sind die Kormorane nach Meinung von Ökologe Werner Suter
    Bioindikatoren, an denen sich der Zustand der Gewässer ablesen lässt.
     
    Hierfür spricht auch, dass die Zuwachsrate des Kormoranbestands gegenwärtig
    stagniert- vermutlich eine Ursache des verringerten Nährstoffeintrages in die
    Gewässer als Folge eines verstärkten Baus von Kläranlagen.

     
    "In der Entwicklung des Kormoranbestandes," resümiert Suter, vollzieht sich
    ein natürlicher Regulationsprozess,
    den man möglichst gewähren lassen sollte!

    Global Denken und Lokal Handeln ist zu einem modernen Leitspruch geworden.
    An der Kormoran Diskussion kann man sehen,
    dass es nicht nur ein schöner Spruch bleiben muss.

    Alternativen zum Abschuss...!!!

    Es ist höchst fragwürdig,
    den Kormoran als alleinige Ursache für schwindende Fischbestände
    ins Visier zu nehmen.
    Sollten in Deutschland jedoch künftig Kormorane
    in großer Zahl abgeschossen werden,
    löst dies nach Ansicht vieler Ökologen nicht das Problem
    der abnehmenden Fischbestände.

    Dabei gäbe es vor allem für Teichwirtschaften,
    deren Schaden durch den Fischfresser tatsächlich beträchtlich sein kann,
    durchaus Alternativen.

    So empfiehlt etwa das Bayerische Staatsministerium
    für Landwirtschaft und Forsten in München,
    Gewässer mit einer Fläche bis zu einem Hektar mit Schutznetzen zu überspannen.
    Diese halten nahezu alle Vogelarten fern.