Lachszucht  in Norwegen: Apuakultur - Segen oder Fluch?
Arbeitskreis bäuerliche Landwirtschaft
Modellregion
 


Die Lachszucht gilt als hocheffektive Nahrungsmittelproduktion:
Mit nur 100 Kilogramm Futter werden 65 Kilogramm Fleisch erzeugt -
dreimal soviel wie in der Hähnchenmast.

Während ein Mastrind für ein Kilo Fleisch sieben Kilo Getreide verschlingt,
brauchen Fische dafür nur zwei Kilo.
Die Zehn meistgezüchteten Zuchtfischarten in Aquakulturen verfressen für jedes
produzierte Kilo fast zwei Kilo an Wildfisch aus beifängen der Hochseeflotten.

Der Arbeitsaufwand in der Aquakultur ist äußerst gering, und relativ anspruchslos.
Schon drei Menschen können eine Farm bewirtschaften
und jedes Jahr 400 Tonnen Salme heranzüchten.

Unangefochtener Spitzenreiter unter den Aquabauern ist China,
das schon seit 3000 Jahren in Teichen Seen
und anderen Wasserreservoirs Fisch bewirtschaftet.
Die Karpfenzucht (pflanzenfressende Wassertiere)
ist ein Beispiel für eine umweltschonende Kulturform, eine sogenannte Polykultur,
weil unterschiedliche Karpfenarten
an verschiedenen Gliedern der Nahrungskette zusammenwirken:
Sie bevorzugen unterschiedliche Nahrung in den oberen und mittleren Wasserschichten
und wetteifern nicht um die selben Ressourcen.
Und ist somit in den Entwicklungsländern eine billige Quelle für tierisches Eiweiß.

Für die Mast von jährlich über 650 000 Tonnen Zuchtlachse weltweit
werden Milliarden (1,8 Millionen Tonnen) zumeist pazifischer Kleinfische gefangen
und zu 500 000 Tonnen Fischmehl zermahlen.

Wegen dieser permanenten Verschwendung von wertvollem tierischen Eiweiß
gibt es Vorschläge, Lachse in Zukunft vegetarisch zu ernähren.

Forschungen zufolge ist das durchaus ohne chemische Zusätze möglich.

Allerdings wir der Geschmack des Zuchtlachs-Fleisches
sich vermutlich dann noch erheblich mehr als bisher von dem der
Wildsalme unterscheiden.

Jährlich sinken allein in Norwegen 100 000 Tonnen Mastlachsfäkalien
mit 25 000 Tonnen Phosphat und Stickstoff
auf den Boden der Fjorde oder driften umher und verbreiten Keime
im freien Gewässer, nähren Algen, die in "grünen Tiden" an die Küste schwemmen.

Künftig sollen deshalb die Maststationen feste,
von der See abgeschlossene Anlagen sein,
aus denen der Mastlachskot nur biologisch zersetzt
entlassen wird und in denen das Salzwasser,
das sie durchspült, so aufbereitet werden kann,
daß aus den Käfigen weder Parasiten noch Krankheitskeime
und auch keine Zuchtfische in die offene See gelangen.

Entwichene Zuchtlachse bedrohen ihre wilden Verwandten !

Die nächste Generation von Lachsen, sind die Gen-Machos:
(US-Firmen Aqua Bounty auf der kanadischen Atlantik Insel Prince Eduard Island)
Diese Lachse sind mit einem Gen ausgestattet,
das sie das ganze Jahr erhöhte Mengen an Wachstumshormonen herstellen läst
So erreichen die Dauerfresser ihre volle Größe doppelt so schnell wie Normalfische.


Die Turbo-Lachse
sind vor allem im Ökosystem der der Meere eine mögliche (potentielle) Gefahr.
Forscher haben Anfang des Jahres 2000 nachgewiesen,
dass entwischte Genfische wilde Lachsarten gefährden können.
Da die transgenen Tiere größer sind und früher geschlechtsreif werden,
stechen sie gewöhnliche Lachse bei der Partnerwahl und der Fortpflanzung aus.

Der Verbraucher darf sich hier nicht durch niedrige Preise an die Kühlregale locken lassen
Dann könnte es auch anders kommen.

Zumindest liese sich auch in der Lachs und- Shrimpszucht auf Polykultur achten:
Denn etliche Studien zeigen, dass beispielsweise Algen und Muscheln
im Abwasser intensiver Lachsproduktion gedeihen und so wenigstens die Belastung
der Umwelt mit Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphaten gesenkt werden könnte.

An den Küsten Thailands und Indonesien werden an den Küsten Shrimps gezüchtet,
sie gedeihen ausgerechnet im Brackwasser am Besten,
dort wo normalerweise Mangrovenwälder sind die Kinderstube für unzählige Fischarten,
weil sie deren Brut for Feinden schützen und ihr Nahrung geben.
Auch das lässt die natürlichen Fischbestände schwinden.