Rinder und der Klimawandel - Methan...???


Das Rind leistet dem Menschen seit Jahrhunderten gute Dienste,
weidet die Wiesen ab, gibt Milch und liefert Fleisch und Dünger.
In seinem Pansen, dem Wiederkäuermagen,
entsteht bei der Verdauung der Nahrung aber auch eine große Menge Methan,
das in die Atmosphäre entweicht:

Bis 100.000 Liter, die Angaben weichen je nach Quelle erheblich ab!
50kg pro Rind und Jahr.

Methan gehört wie Kohlendioxid
und die Fluorchlorkohlenwasserstoffe zu den Treibhausgasen.
Es ist 35 mal klimaschädlicher als C02 und in Verruf geraten.
Methan gast auch aus Feuchtgebieten und Sümpfen aus,
entweicht aus Mülldeponien und aus Reisfeldern.
Doch in Deutschland und in Ländern mit vergleichbarem Rinderbestand
kommen drei Viertel des landwirtschaftlichen Methanausstosses
aus der Rinderhaltung.

Haben wir zu viele Rinder in unseren Ställen und auf den Weiden?
1,4 Milliarden Zuchtrinder auf der Erde.
Allein in Deutschland werden 14 Millionen Rinder gehalten.
1,4 Milliarden Rinder sind es auf der ganzen Erde.
Ihr Lebendgewicht übertrifft das der gesamten Menschheit
um das Dreifache.
In Deutschland haben wir mehr als doppelt so viel Lebendgewicht
an Rindern als Menschen auf die Waage bringen würden
und auch das ist schon erheblich zu viel.

Noch vor 50 Jahren war Fleisch etwas Besonderes.
Doch das hat sich grundlegend geändert.
Im Durchschnitt gönnt sich heute jeder Erdenbürger
fast doppelt so viel Fleisch wie 1970.
Die Nummer eins im Fleischverzehr sind die Amerikaner.

Ein Viertel der Landmasse ist Weideland

Ein Viertel der gesamten Landmasse der Erde dient heute als Weideland.
In den letzten Jahrzehnten fielen etwa zwei Drittel der Steppengebiete
der Überweidung zum Opfer.

Seit 1960 wurden mehr als 25 % der Wälder Südamerikas abgeholzt,
nur um Rinderherden Platz zu machen.
Hier kommen auf zehn Menschen neun Rinder.

Rinderzucht ist nicht flächengebunden

Doch das Mastrind im deutschen Stall ist nicht etwa ökologischer
produziert als das auf der argentinischen Weide.
Auf der Weide ernährt sich das Vieh von dem,
was dort wächst, und was es wieder von sich gibt,
geht direkt in den Kreislauf zurück.
Wenn wir Rinder bei uns im Maststall halten,
wird das Kraftfutter importiert und das belastet Luft
und Böden zweifach,
durch den Anbau und Transport des Futtermittels
und die nicht bodengebundenen Ausscheidungen der Tiere.


Zu viele Rinder produzieren zu viel Methan

Ganz abgesehen von der Ernährungssituation in der Welt
und der Belastung der Böden,
zu viel Fleisch zu essen ist schädlich für's Klima.
Die Ökobilanz eines einzelnen Mastrindes
in seinem zweijährigen Leben sieht schlecht aus.

70 Prozent des vom Rind freigesetzten Methans
stammt vom Erhaltungsumsatz des Tieres.
Mit Hochleistungszüchtungen ließe sich die Methanbildung pro Liter Milch
oder pro Kilo Fleisch zwar senken.
Doch das Tier erbringt die höhere Leistung nur mit Kraftfutter
und dessen Produktion kurbelt wiederum die klimarelevanten Gase an.

Was kann der Landwirt tun, um die Klimaschraube zurück zu drehen?

Die Rinderzucht muss eingeschränkt werden Sinnvoll wäre es,
sich auf die Produktionskapazitäten in unserem Land zu beschränken
und unabhängig von Fremdfuttermitteln aus Übersee zu werden.
Das reduziert den Energieverbrauch und verhindert,
dass Methan in den Tropen und Subtropen freigesetzt wird.
Die Landwirtschaft wiederum könnte angemessene Preise
für gute Produkte bekommen.

Biogas Methan

Außerdem müsste das Methan
aus dem Dung gar nicht in die Atmosphäre entweichen.
Mit dem energiereichen Rohstoff
lassen sich Biogasanlagen betreiben und dezentral
und rentabel Strom erzeugen.
Auch eine Möglichkeit, die noch viel zu wenig genutzt wird.

Der vom Menschen verurasachte Methan Ausstoß
liegt jedoch nur bei ca.1%
laut Fernsehen.


Im Rahmen der Aktionen gegen den Klimawandel
arbeiten Wissenschaftler daran,
auch den Methanausstoß bei Rindern zu reduzieren.
Allein in Großbritannien sind die Rinder für drei Prozent
des Methanausstoßes verantwortlich.

Wissenschaftler der Universität Aberystwyth in Wales
sehen großes Potential in der Beimischung von Knoblauch
in die Futterrationen.
Sie glauben,
damit den Methanausstoß der Rinder
um bis zu 50 Prozent reduzieren zu können.
Jetzt wollen sie noch überprüfen,
ob die Knoblauchbeimischung in der Futterration Auswirkungen
auf den Geschmack von Fleisch und Milch haben.

Laut Angaben von Prof. Winfried Drocher
von der Universität Hohenheim geht es dabei
um den im Knoblauch enthalten Stoff Alizin.
Knoblauch sei eine von vielen Möglichkeiten
zur Reduktion des Methanausstoßes von Rindern,
der bis zu 500 Liter pro Tag betragen kann.

Allerdings sagt Drochner auch,
dass solche Maßnahmen nur erfolgversprechend seien,
wenn sie weltweit angewendet werden.

KLIMASCHUTZ: Knoblauch für Kühe
Rinder produzieren weniger Treibhausgase,
wenn ihr Futter mit Knoblauchessenz angereichert wird.
Das berichtet das Magazin GEO in seiner April-Ausgabe.
Die Substanz Diallyldisulfid, ein Bestandteil der Knolle,
greift in die Stoffwechselprozesse im Pansen ein:
Sie zweigt aus der Nahrung Wasserstoff ab,
ein Element,
das für die Produktion von Methan unerlässlich ist.
So entsteht teilweise statt des klimaschädlichen Gases
ungefährliche Proprionsäure.

Auch andere,
in der Wirkung ähnliche Substanzen haben die Wissenschaftler
um Jan Dijkstra und Sander van Zijderveld in den Niederlanden
an Rindern getestet.
Und eine Reduktion von Methan um bis zu 15 Prozent erreicht.
Die Kühe auf der Versuchsfarm des Futtermittelherstellers
Provimi in Velddriel bekommen freilich nicht die echte Pflanze zu fressen,
sondern naturidentische Wirkstoffe.
"Die klimafreundlich erzeugte Milch",
versichert Provimi-Mitarbeiter van Zijderveld,
"schmeckt garantiert nicht nach Knoblauch".

 
Känguru



Bakterien aus Känguru-Mägen
sollen Methan-Ausstoß
von Kühen
und Schafen mindern.
Methan ist ein
wesentliches Klimagas.
Es entsteigt Sümpfen,
Müllkippen und der Verdauung
von Wiederkäuern.
Rund 120 Liter produziert
etwa eine Kuh pro Tag.

In Australien ist Methan
aus Rindern und Schafen
mit 15 Prozent an den
Treibhausgasen beteiligt.
Forscher aus Queensland wollen
mit Hilfe von Kängurus
die Emmissionen reduzieren.

Kängurus verdauen ihre
Nahrung ohne das Methan
entsteht, selbst dann nicht,
wenn sie mit Gräsern
aus der Viehhaltung
gefüttert werden.
Grund dafür sind
die speziellen Magenbakterien
des Beuteltiers.

Zuviele Rinder

Die Rinderzucht
muss eingeschränkt werden
Sinnvoll wäre es,
sich auf die
Produktionskapazitäten
in unserem Land zu
beschränken
und unabhängig von
Fremdfuttermitteln aus
Übersee zu werden.
Das reduziert den
Energieverbrauch
und verhindert,
dass Methan in den Tropen
und Subtropen freigesetzt
wird.

Die Landwirtschaft
wiederum könnte
angemessene
Preise für gute Produkte
bekommen.

 
Rinderzahl 2001

Weitere Informationen
Rinderzahl 2001
Deutschland: 14 Mio
Europa: 150 Mio
Afrika: 225 Mio
Nord-u. Mittelamerika:
160 Mio
Südamerika: 295 Mio
Asien: 470 Mio
Australien: 25 Mio
Gesamt: 1,4 Mrd

Flächenverbrauch 25%
der Landmasse ist Weideland
25% der Wälder Südamerikas
wurden seit 1960 für die
Weidehaltung abgeholzt
66% (ca.)
der Steppengebiete
sind überweidet.