Der Mond
 
 
Mondkalender


Vermutlich ist die Beobachtung des Mondes, der durch seinen schnellen Lauf
und seine sich stets verändernde Gestalt besonders auffällt,
der Ausgangspunkt für jeden Kalender gewesen.

 

Das aus zwölf Mondumläufen bestehende Jahr mit 354 Tagen
heißt Mondjahr und ist elf Tage kürzer
als das  mit 365,4 Tage dauernde Sonnenjahr.

Um die Tagesbruchteile der Jahreslängen auszugleichen,
wird alle vier Jahre am 29 .Februar ein zusätzlicher
Tag eingeführt; das entsprechende Jahr nennt man Schaltjahr.

Das deutlichste Merkmal des Mondes ist der Wechsel seiner „ Lichtgestalt“,
der in einer Periode von   29,5 Tagen abläuft.
 Nach Neumond nimmt er über das erste Viertel bis zum Vollmond zu,
danach wieder ab, erreicht das letzte Viertel und ist schließlich
wieder Neumond.

Er strahlt dabei allerdings selbst kein Licht ab,
sonder reflektiert Sonnenlicht.

Im Verlauf eines Monats verändert sich die Position
des Mondes zwischen Sonne und Erde,
wobei zuerst die von der Erde abgewandte Seite beleuchtet wird
( Neumond )
und schließlich die der Erde zugewandte
( Vollmond ).
Der Mond rotiert in 27,3 Tagen um die Erde.

Die Mondbahn am Himmel ändert sich aber jeden Monat,
und aus diesem Grund erreicht der Mond erst nach
18,6 Jahren wieder seinen Ausgangspunkt.

Da die Mondmonate nicht durch 18,6 teilbar sind,
kommt der Mond erst nach Durchlaufen von drei Zyklen
an dieselbe Stelle auf der Umlaufbahn zurück,
es gibt also einen noch größeren Zyklus von 56 Jahren.
 
Die Sonne durchwandert im Laufe eines Jahres
die zwölf Sternbilder des Tierkreises,
der Mond im Laufe eines Monats.

Die Sternbilder geben jeweils einen bestimmten
„ Kraftimpuls „ und beeinflussen
Mensch und Natur in ihren stets wiederkehrenden Rhythmen.

Der Mond als Taktgeber für die Fortpflanzung.

Vollmond, für viele Tiere der Auslöser zum Sex.
Auf den ersten Blick scheint es das Licht des Vollmondes zu sein,
das die Vermehrung vieler Tierarten steuert.
 
Aber betrachtet man dieses Phänomen genauer, stellt man fest,
dass einige Meerestiere,
die dem Vollmond gehorchen, nur indirekt von ihm gesteuert werden.
 
Sie nutzen den hohen Wasserstand bei Vollmond,
um ihre Eier an Land abzulegen.
Pfeilschwanzkrebse beispielsweise müssen ihre Eier dort am Strand ablegen,
wo das Wasser gerade noch hinkommt.
 
Hier sind die Eier sicher vor Raubfischen.
Die jungen Krebse können sich so ungestört entwickeln
und genau einen Monat später,
wenn der Vollmond wieder für hohe Flut sorgt,
wird der Nachwuchs zurück ins Meer gespült.
 
Auch Meeresschildkröten machen sich den hohen Wasserstand zunutze.
Sie müssen ihre Eier am Land  ablegen,
da die sich nur an der Luft entwickeln können.
Meeresschildkröten stammen von  Landschildkröten ab.

Aber es gibt auch zahllose Tiere,
die das Licht des Vollmondes als Taktgeber für ihre Fortpflanzung nutzen.
 
Etwa Eintagsfliegen am Victoriasee in Ostafrika.
Hier gibt es keine Gezeiten,
die Anziehungskraft des Mondes kann es also nicht sein,
die ihre Vermehrung steuert.
 
Die Insekten, die sich monatelang als Larve entwickelt haben,
schlüpfen alle in einer Vollmondnacht,
um den letzten kurzen Lebensabschnitt
gemeinsam zu erleben und sich zu paaren.
 
Nur das zeitgleiche Schlüpfen von Männchen
und Weibchen sichert das Fortbestehen ihrer Art.
Das Mondlicht steuert auch die Fortpflanzung der Borstenwürmer.
 
Sie leben im offenen Ozean, wo sie Schwankungen des Wasserstandes
durch Gezeiten wahrscheinlich nicht spüren.
 
In einer Vollmondnacht geben Männchen und Weibchen
gleichzeitig Spermen und Eier ins Wasser ab.
 Nur so finden sich die Geschlechtszellen im riesigen Ozean.
 
Auch bei den Korallen scheint das  Mondlicht die Ei-
und Spermien - Abgabe zu synchronisieren
und so den Fortbestand ihrer Art zu sichern.